Thailand mit Moritz – Ein Reisetagebuch (Februar 2018)

Der Tag des Abflugs

Heute ist der langersehnte Tag endlich gekommen! Es geht nach Thailand. Moritz erste große Reise. Bisher war er nur in Europa unterwegs. Zwar ist er mit 3 Monaten bereits das erste Mal geflogen, aber das nur nach Andalusien. Nun wird es sein erster Flug, den er mit seinen 2 Jahren und 8 Monaten schon bewusst mitbekommt. Wir sind alle ganz schön aufgeregt und sehen dem Flug nach Bangkok mit gemischten Gefühlen entgegen- Moritz ist nämlich rechtzeitig 2 Tage vor Abflug krank geworden. Wir haben natürlich alle Register gezogen: Hustensaft, Nasentropfen, Erkältungsbalsam, aufgeschnittene Zwiebel neben dem Bett und und und.. Leider war alles mehr oder weniger nutzlos. Heute Morgen war er noch als Feuerwehrmann Sam im Kindergarten Weiberfastnacht feiern (ja, eigentlich hätte er lieber zu Hause bleiben müssen- aber er hatte sich so auf diesen Tag, an dem er sein selbst ausgesuchtes Kostüm anziehen und die im Kindergarten einstudierten Karnevalslieder singen konnte gefreut, dass wir entschieden haben ihn wenigstens für 2 Stünden daran teilhaben zu lassen.) und jetzt sitzen wir am Frankfurter Flughafen und warten nervös und voller Ungeduld auf unseren Nachtflug nach Bangkok.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bangkok- 5 Nächte

So viele Gedanken und so viel Bammel hatten wir vor dem Flug mit unserem kranken Kind: Wird er Angst haben? Wird es ihm zu laut sein oder zu kalt? Wird er so erkältet wie er ist den Druckausgleich meistern können? Wird er die ganze Nacht durchhusten, wach sein und weinen? Aber als er den Fernseher in seinem Vordersitz gesehen hat, war es um ihn geschehen. (Zu Hause halten wir es eher streng mit dem Fernsehen,  jetzt mussten wir alle Augen zudrücken. Wir wollten ihm lieber alles recht machen und ihn nicht verstimmen, damit wir (und alle anderen Fluggäste) die lange Flugzeit von 11 Stunden halbwegs entspannt überstehen. ) Dasselbe galt während der Flüge im Übrigen auch für Süßigkeiten. 😉  Letztendlich hat er weder vom Start noch vom Druckausgleich etwas mitbekommen und sich über nichts gewundert, sondern alles „verguckt“. Wir waren mehr als baff, als er irgendwann endlich seine Kopfhörer abgenommen hat und überglücklich sagte: „DAS ist cool, oder Mama?“ Ich bin mir sicher in diesem Moment wurde aus Moritz ein Weltenbummler. Wir haben ein Reisebaby erschaffen und hier ist er nun: Auf seiner ersten großen Reise- angekommen in Bangkok.

An der Immigration wurden wir mit Kleinkind freundlich zu der „fast lane“ durchgewunken und waren somit auch wirklich schnell durch. Für die Abholung am Flughafen haben wir uns- da wir zum ersten Mal in BKK waren und nicht wussten wie der Flug mit Kleinkind verlaufen wird- sicherheitshalber für das private Transferunternehmen  „Happy Taxi“ entschieden. Und so wurden wir, von unserem Fahrer mit einem Schild mit unserem Namen in Empfang genommen und für lächerliche (haha) 1200 THB zu unserem Hotel, dem „Chillax Resort“ gefahren. Der Preis ist vergleichsweise natürlich ein Voucher! (Ein Taxi mit Taximeter hätte etwa die Hälfte gekostet). ABER haben wir ja selbst im Vorfeld so gebucht und es war daher keine böse Überraschung. Ich muss auch sagen, auch wenn wir es beim nächsten Mal wahrscheinlich anders machen würden um ein paar Euro zu sparen, es war wirklich sehr angenehm, sich darum dann nicht auch noch Gedanken machen zu müssen und fürs erste Mal Thailand schon in Ordnung so. Und so konnten wir uns auf der 1 Stunde dauernden Autofahrt, noch etwas ausruhen und „ankommen“. Am Flughafen selbst haben wir zuvor noch eine thailändische SIM- Karte gekauft (das ist wirklich einfach und sie wird sogar direkt vor Ort eingebaut) und etwas Geld gewechselt.

Nachdem wir dann am Nachmittag im Hotel ankamen, kam uns nur noch der Pool in den Sinn- denn zu mehr waren wir an diesem Tag einfach nicht im Stande gewesen. Es war heiß, es war schwül, wir waren ko bis über beide Ohren, aber überglücklich. Am frühen Abend gingen wir dann noch etwas essen und fielen um 20h (Ortszeit!! Ja, leider!!) todmüde und voll gegessen ins Bett. Ich kann mich nicht erinnern in meinem Leben jemals so schnell eingeschlafen zu sein. Wie sich dann um halb zwei in der Nacht aber herausstellte war es ein großer Fehler uns unserer Müdigkeit so kampflos hingegeben zu haben- denn wir alle (aber vor allem Moritz) waren ausgeschlafen und munter. Gut, dass wir uns zuvor die Jim Knopf Reihe von Pixi zugelegt haben, so sind wir dann tatsächlich nach 3 Stunden Lesen, DM-Fruchtriegel essen und im Zimmer toben noch einmal in einen (zu) kurzen Schlaf gefallen.

Am nächsten Tag mussten wir (gefühlt) früh raus, denn wir haben bei Co van Kessel eine ´5- hour bicycle/boat tour´ gebucht. Die Tour startete zwar erst um 13 Uhr, aber das war ja nach unserer Zeit um 7 Uhr morgens (ja, nach ein paar Tagen haben wir das mit dem Umrechnen dann auch sein gelassen 😉 )und wir hangen nach der ersten Nacht alle doch noch ganz schön in den Seilen. Nun ja, es half alles nichts. Müde aber trotzdem voller Vorfreude machten wir uns mit dem Taxi auf zum Treffpunkt. (Wir haben in Bangkok oft die Grab- App fürs Taxifahren benutzt. Das ist wirklich empfehlenswert, weil es sehr entspannt ist- sofern man einen genauen Startpunkt eingeben kann. Hier eben unser Hotel).

Die Tour war grandios! Absolut empfehlenswert! Wir fuhren durch schmale Gassen, Bananen- und Kokospalmen- Plantagen, über Märkte und Markthallen, abseits der Touristenpfade. Moritz war in unserer Gruppe das einzige Kind und hat alle Herzen eingenommen. Es gab viele schöne Stopps, an denen es Kleinigkeiten an Essen zu probieren gab- wie zum Beispiel Babybananen, in einem Bambusrohr gegrillten Sticky Reis, von einem alten Ehepaar in Stofffiltern gebrühten Filterkaffee, oder auch viele Dinge in der Natur, die erklärt wurden, oder verschiedene typisch thailändische Gewürze , die man bestaunen und anfassen und an denen man riechen konnte- Zitronengras und Kaffirblätter, die am Wegesrand gepflückt wurden- zum Beispiel. Wir wechselten immer wieder zwischen Fahrrad und Boot. Alles war top organisiert. Es gab ein super leckeres Mittagessen in einem versteckten Hinterhof Restaurant in wunderschöner, authentischer Atmosphäre. Es gab dort im Innenhof auch einen kleinen Teich, in dem kleine Fische und eine Albino- Schildkröte schwammen! (Ich wusste vorher gar nicht, dass es so etwas gibt!). Die Besitzerin- die auch die Köchin war, brachte Moritz ein Schälchen mit gekochtem Hühnerfleisch, mit dem er die Schildkröte dann füttern durfte. Das war ein wirklich schönes Erlebnis! Auf der Tour besuchten wir auch einen chinesischen Tempel mit dem größten sitzenden Buddha in Bangkok, der wunderschön war und nicht überlaufen. Man konnte Räucherstäbchen anzünden und sie- mit einem Wunsch- in eines der mit Sand gefüllten Bronzebecken stecken. Je größer das Räucherstäbchen, desto größer der Wunsch! Das haben wir auch auf der Tour gelernt! 😉 Während Tobi und ich uns Dinge wie Gesundheit, Glück und Liebe wünschten, wünschte Moritz sich ein Fahrrad. Auf der Rückfahrt schenkte die Taxifahrerin Moritz noch einen lila Stoffelefanten, der von nun an unser vierter Mitreisender war 😉 Somit gingen wir alle nach der Tour, einem Sprung in den Hotelpool und einem (wie immer) phantastischen Thaiessen in einer der schmalen Gassen, in der Nähe unseres Hotels, voller Hoffnung (das Fahrrad!) 😉 und in einer wunderschönen, melancholischen und entspannten Stimmung aus diesem Tag.

Auch den darauffolgenden Tag verbrachten wir in Bangkok. Früh morgens machten wir uns auf zum Königspalast. Leider mussten wir schnell feststellen, dass der Palast völlig überlaufen war. Egal wo man hinsah- aus allen Richtungen strömten chinesische Reisegruppen herbei. Es war stressig, hektisch, wir wurden geschubst und in einem Strom Chinesen durch den Eingang geschleust. Wir entschieden uns kurzerhand dem Palast- so eindrucksvoll er auch sein mag- den Rücken zu kehren und dem ganzen vielleicht bei einer nächsten Thailandreise und zu einer anderen Tageszeit nochmal eine Chance zu geben. So spazierten wir wieder raus und liefen zu Fuß zum Wat Pho (Tempel des liegenden Buddha). Die Hoffnung, dass sich alle Chinesen (an dieser Stelle: Wir haben nichts gegen Chinesen, China ist toll! Habe ich auch schon bereist! Aber das massenhafte Reiseverhalten überfordert mich einfach..) noch im Königspalast befinden, hat sich leider nicht bestätigt- dennoch war es um einiges angenehmer dort. Der Tempel des liegenden Buddhas war trotz  Überfüllung (denn auch hier wurde man durchgeschleust und musste für ein Foto anstehen) sehr beeindruckend.

Mittlerweile war es Mittag und die Sonne war erbarmungslos. Leicht erschöpft von der Hitze nahmen wir uns das nächste Taxi und fuhren zur Buddhistischen Tempelanlage Wat Saket und dem Golden Mount. Auch wenn der Weg nicht weit war, hat Moritz es geschafft im Taxi einzuschlafen. Beim Aussteigen schlief er immer noch tief und fest, also beschlossen wir im Schatten eine kleine Pause zu machen. Tobi holte uns derweil Thai Nudelsuppe von einer Garküche um die Ecke, die wir dann am Fuße des Golden Mount aßen. Als alle wieder wach und ausgeruht waren, bestiegen wir die Stufen des Golden Mount, auf dessen Gipfel sich ein goldener Chedi befindet. Der Aufstieg war nicht besonders schwer. Die Treppen winden sich hier um den Berg und auch wenn man im Nu hätte oben sein können, luden verschiedene schöne Fleckchen und die unzähligen unterschiedlich klingenden Glocken zum Verweilen und Entschleunigen ein. Nicht zu vergessen die grandiose Aussicht über Bangkok, die man fortlaufend genießen kann. Oben angekommen herrschte eine spürbar besondere Atmosphäre: Betende Gläubige, Menschen die Opfer in Form von Blumenschmuck oder Geld darbringen, Leute die meditieren oder einfach nur dasitzen und das Geschehen auf sich wirken lassen. Auch Kinder die Glocken läuten oder herumlaufen, ohne dass es störend wirkt. Man hat dort oben einfach das Gefühl unbeschwert und völlig entspannt zu sein. Eine wirklich bemerkenswerter Ort, ich hätte noch Stunden dort oben sitzen können.

Unten angekommen kauften wir uns am Straßenstand für 20 Baht noch eine Tüte frisch geschnittene Wassermelone, bevor wir uns von einem Tuktuk in den Lumphini Park bringen ließen.

Im Park herrschte paradiesische Ruhe- und das Mitten in Bangkok. Ein Thai Mann fütterte am See dicke Fische mit Brot und es kam ein kurzer, tropischer Schauer runter. Als wir näher kamen um einen Blick auf die Fische zu ergattern, die dort massenweise ihre hungrigen Mäuler aus dem Wasser streckten, gab der Mann Moritz ein halbes Laib ab, so dass er mitfüttern konnte. Ein tolles Bild: Der kleine Moritz wirft zusammen mit einem alten Thai Mann Brot in den See. Dabei scheint die Sonne bei Regen.

Der ganze Park ist wunderschön. Ein Ort der Ruhe. Wir schlenderten ein bisschen und schauten uns die Warane an, die dort überall im Wasser schwammen oder in der Sonne entspannten. Und während Moritz ausgelassen auf dem Spielplatz tobte, ließen wir das Treiben auf uns wirken. Überall waren Jogger oder Spaziergänger unterwegs, ältere Herren, die Seil sprangen oder Thai Chi betrieben (das sah schon lustig aus 😉 ) oder Familien, die Picknick machten. Eine Thai Frau schlug eine Decke auf und begann durch ein Mikrophon aus einem Kinderbuch vorzulesen und nach und nach gesellten sich immer mehr Kinder dazu und hörten zu.

Insgesamt also ein schöner, entspannter, teils befremdlich wirkender Ort um mal dem Großstadttrubel zu entfliehen und ein paar Gänge zurück zu schalten.

Wir fuhren mit dem Taxi zurück zum Hotel, sprangen noch einmal- wie nach jedem anstrengenden Tag- in den Pool und gingen aus fürs Abendessen. Nach dem wunderbaren Essen holten wir uns noch Wassermelone und Bananen Crêpes- so genannte ´Roti´ am Straßenstand. Das war mittelweile ´Ritual` und Moritz freute sich jeden Abend sehr darauf! J

Ayutthaya

An diesem Morgen ging es für uns nach Ayutthaya, dessen Geschichtspark zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Ursprünglich wollten wir mit dem Zug fahren, als ich davon unserem Taxifahrer erzählte, der uns gestern zum Golden Mount fuhr, schlug er vor uns stattdessen nach Ayutthaya hin- und wieder zurück zu bringen und uns zusätzlich in Ayutthaya selbst von A nach B zu fahren, so oft und so lange wir wollten- und das für 2000BHT, also umgerechnet um die 50 Euro. Wir überlegten kurz und entschieden spontan sein Angebot anzunehmen. So verlockend günstig und charmant die Zugfahrt gewesen wäre- wir hätten trotzdem erst mit dem Taxi zum Bahnhof gemusst, Tickets kaufen müssen, Zugfahren, dort ankommen und sich erst orientieren müssen, vor Ort jemanden finden müssen, der uns von Stätte zu Stätte bringt, am Ende wieder zurück zum Bahnhof, zurück nach Bangkok, und wieder mit dem Taxi zum Hotel… Und das ganze bei 35 Grad und mit Kleinkind. Rückwirkend können wir sagen, dass es das Beste war was wir machen konnten und dass es sehr gut investiertes Geld war! Und so fuhr uns unser Fahrer von einer Anlage zur nächsten, wartete auf dem Parkplatz auf uns und als wir fertig waren, konnten wir jeweils in das klimatisierte Taxi steigen und entsprechend zum nächsten Tempel fahren. Tempelhopping deluxe sozusagen 😉 Wir haben uns vorher (zu Hause schon) eine Karte von Ayutthaya ausgedruckt und entsprechend auf dem Lageplan markiert, welche Tempel wo liegen und welche wir uns anschauen wollten. In Ayutthaya selbst waren wir dann sehr überrascht wie weitläufig das Ganze doch in Wirklichkeit ist und wie groß die Entfernungen entsprechend. (Noch einmal ein innerer Dank, dass wir uns für das Taxi und gegen Zug und Fahrrad oder Boot entschieden haben!!)

Und so schauten wir uns in unserem eigenen Tempo folgende Tempel an:

Wat Yai Chai Mang Khon (diese Tempelanlage ist bekannt für den liegenden Buddha), den rituellen Wat Mahathat  (hier findet man den berühmten Buddha Kopf im Baum), Wat Chaiwatthanaram , Wat Phra Si Sanphet (der königliche Tempel) und Wat Lokayasutharam (schlafender Buddha).

Es war alles sehr beeindruckend. So viele Tempel, Statuen, und Relikte, die teils restauriert oder immer noch ausgegraben werden. Jede Anlage war auf ihre eigene Art individuell und unterschied sich von der anderen. Viele geschmückte Altare oder Buddha Statuen mit religiösen Opfergaben. Gläubige, die ihre Gebetsrituale vollziehen und Mönche. Und trotz der Hitze, die gegen Mittag unerträglich wurde, war auch mit Moritz alles gut machbar, denn oft konnte er klettern und zwischen den Säulen verstecken spielen. Zwischendurch gab es eine kalte Kokosnuss, oder einen Melonensmoothie gegen den Durst, hier und da mal einen Spieß mit Fleisch, Fisch oder Tofu (Tofu selbstverständlich nicht für die Männer 😉 ) gegen den Hunger und ganz viele kleine Päuschen im Schatten.

Am frühen Nachmittag war alles durch. Sowohl unser ´Programm´ als auch wir 😉 Wir baten unseren Taxifahrer noch ein schönes authentisches Thai Food Restaurant anzufahren, aßen dort und luden auch unseren Fahrer zum Essen ein. Danach ging es erschöpft aber zufrieden zurück nach Bangkok, wo wir auf unsere typische Weise den letzten Tag mit Pool und Essen beendeten- an diesem Abend gönnten wir uns nachdem wir in Ayutthaya so viel gelaufen sind, noch eine Fußmassage, während Moritz zwischen uns auf dem Tablet Feuerwehmann Sam gucken durfte. Sie war göttlich und wir hatten noch zwei Tage später das Gefühl auf Wolken zu laufen.

Kanchanaburi- 2 Nächte

Unsere Reise ging weiter. Ganz schön wehmütig, aber dennoch aufgeregt vor dem was uns noch erwartet packten wir am Morgen unsere Rucksäcke und verließen Bangkok. Bei Bangkok heißt es ja: Entweder man mag es oder nicht, ein dazwischen gibt es selten. Wir LIEBEN Bangkok und sind uns einig, dass wir bald wieder herkommen möchten. Hier gibt es das beste Essen und an jeder Ecke Besonderheiten und kleine Schätze zu entdecken.

Und wieder haben wir uns gegen den Zug entschieden (wie es unser ursprünglicher Plan war) und fuhren mit dem Taxi, das wir wieder über Grab gebucht haben, für 1500 THB nach Kanchanaburi. Der Zug  von Bangkok nach Kanchanaburi fährt nur zweimal täglich. Morgens um 7 (was uns definitiv zu früh war)  und mittags gegen eins (was zur Folge gehabt hätte, dass wir 5 Stunden im Zug säßen und der Tag ´nur´ für den Transfer drauf gegangen wäre. Dazu kam das Gepäck und das Kleinkind `im Gepäck´ 😉 Wir empfanden den Preis als fair und gerechtfertigt und entschieden uns für die bequemere Variante. So waren wir flexibel in der Abfahrt und hatten noch den ganzen Nachmittag zur freien Verfügung.

Nach drei Stunden Autofahrt kamen wir am frühen Nachmittag in unserem Hotel dem ´Royal River Kwai Resort´ an und waren restlos begeistert und überrascht- denn damit haben wir für den Preis von um die 40 Euro die Nacht inklusive Frühstück nicht gerechnet. Das Hotel liegt direkt am Fluss, etwas außerhalb, also nicht in Kanchanburi selbst, aber das war für unsere Zwecke und die folgenden 2 Nächte egal. Das Hotel hat einen fantastischen Pool- den schönsten, den wir auf unserer gesamten Thailandreise gesehen haben und in dem wir  geschwommen sind (gilt übrigens auch fürs Frühstück- hier bekamen wir das beste Frühstück auf unserer Reise) ) Das Abendessen fand bei wunderschöner, gemütlicher Beleuchtung und Live- Musik auf der großen Holzterrasse am Fluss statt. Uns hat es hier an nichts gefehlt, wir haben uns sehr wohl und angenehm umworben gefühlt und fanden es gar nicht schlimm, abends nicht noch in der Stadt ´schlendern´ gehen zu können. Das einzige Manko waren die Moskitos. Aber so ist es eben im Dunkeln am Fluss 😉 Leider gab es im Zimmer kein Moskitonetz und wir waren froh unser eigenes dabei zu haben, das wir dann mit Panzer-tape und Kordel (hatten wir für genau solche Fälle auch dabei) irgendwie überm Bett befestigt haben. Hier haben wir abends auch unsere langen Sachen angezogen und peinlichst genau darauf geachtet bloß alle freien Körperstellen mit Anti Brumm einzusprühen. Im Restaurant gingen die Kellner abends sogar mit anti-Mücken Spray herum, für den Fall dass jemand keines hatte. Den Nachmittag verbrachten wir also am Pool und schaukelnd an der Flusspromenade. Nach dem Abendessen fielen wir auch gleich in den Schlaf, denn am nächsten Tag hatten wir wieder eine Tour gebucht.

Elephants World

Dieser Tag sollte ganz im Sinne der Elefanten stehen und er war wunderschön! Elephants World ist ein Sanctuary für kranke oder alte Elefanten, die in Gefangenschaft ´unbrauchbar´ waren und zum Teil misshandelt und verstoßen wurden. Kranke Tiere hätten in der freien Wildbahn keine Überlebenschance, da sie sich zum Beispiel durch fehlende Zähne kaum ausreichend selbst ernähren könnten und deshalb erschossen werden würden. Das Team von Elephants world hat es sich zur Aufgabe gemacht solche Elefanten zu retten, sie aufzupäppeln und ihnen für den Rest ihres Daseins ein schönes Leben zu ermöglichen. Wir haben uns bewusst für diese Einrichtung entschieden, selbstverständlich wird das Elefantenreiten durch Touristen hier nicht unterstützt.

Wir wurden an diesem Tag pünktlich von einem Fahrer der Organisation abgeholt und zum Reservat gebracht, wo wir direkt in eine nette, kleine Gruppe eingeteilt wurden. Die Gruppenaufteilung war – ganz sicher bewusst- super gemacht. Wir waren 3 Familien mit Kindern und für die Kinder war es toll, dass auch andere Kinder da waren! Auch wir Eltern fühlten uns in einer Gruppe, in der unser Kind nicht das Einzige war- viel wohler und entspannter, denn wer weiß schon vorher wie lange gute Laune so hält 😉

Nach einer kurzen Einweisung und einem schönen Einblick in das Leben der Elefanten, über die Beziehungen untereinander und zu Menschen, darüber wie sie üblicherweise leben, was sie essen und wie emotional intelligent diese Geschöpfe eigentlich sind, wurde uns dreien auch schon ein Elefant zugeteilt: Kanta, ein zehn Jahre altes Weibchen. Der älteste Elefant im Park- oder besser gesagt die älteste Elefanten- Dame ist übrigens 88 Jahre alt! Wahnsinn, oder?

Wir bekamen einen Korb mit Wurzelknollen, Melonen und Bananen, den wir dann an Kanta verfüttern durften. Anschließend gingen wir zu einer Stelle am Fluss, wo wir zunächst Bananen klein schnitten um sie dann auf einer Feuerstelle zusammen mit Reis zu ´Sticky Reis ´ kochten. Hier hat jeder einen großen Spaten aus Holz bekommen und alle mussten fleißig rühren. Nachdem der Reis abgekühlt war, formten wir Frikadellen daraus und durften sie dem besagten ältesten und zahnlosen Elefanten im Camp direkt auf die riesige Zunge legen und ihn damit füttern. Danach machten wir die Futterkörbe wieder voll und teilten Melonen und Knollen auf die Behälter auf. Während der Mittagspause durften die Kinder mit Acrylfarben einen Elefanten aus Ton bemalen. Die meisten Kinder nahmen nur eine Farbe. Der Elefant von Moritz war komplett bunt. Er benutzte alle Farben, die er in seinem Farbkasten fand. 🙂 Anschließend ging es in eine Schlammgrube, in der sich Elefanten im Schlamm suhlten. Wir durften dabei einen großen Elefanten mit Schlamm einreiben. Der Elefant holte mit seinem Rüssel aus und spritze unsere Gruppe mit Schlamm voll! Was zur allgemeinen Erheiterung bei den einen führte- war für Moritz ein kleines Drama, denn nicht nur dass er sich erschrocken hat (was das kleinere Übel zu sein schien)- sein schönes, neues ´save elephants´- T-shirt, das wir zuvor im Souvenirladen im Camp erstanden haben und das er natürlich sofort anziehen wollte- war nun voller Schlamm. Dicke Tränen kullerten über sein Gesicht und die Welt ging für ihn kurz unter. So wollte er dann- aus Angst, der Elefant könnte ihn wieder nass spritzen-  auch nicht mehr mit in den Fluss um ihn zu baden und ihn wieder sauber zu schrubben. Ich ging also alleine in den Fluss und die Männer schauten mir – immer noch um das T-shirt trauernd, das nun schmutzig war- dabei zu.  Ich war überglücklich! Es hat so viel Spaß gemacht, zusammen mit dem Elefanten im Fluss zu schwimmen, eimerweise Wasser auf ihn zu schütten und ihn mit einem Besen sauber zu schrubben. Auch der Elefant wirkte losgelöst und hatte sichtlich Freude! Er spritzte mit seinem Rüssel immer wieder alle nass! Auch unsere Gruppenführer und der Mahaut gingen mit in den Fluss. Hier hatte man wirklich das Gefühl, dass das Team ihre Leidenschaft verkörperte und dass ihnen die Tiere am Herzen liegen.  Nach dem Baden konnten wir alle duschen und uns umziehen. Zum Schluss durften wir dann noch einmal zu Kanta und sie nochmal mit einem vollen Korb Melonen, Wurzelknollen und Bananen füttern. Auch Moritz hat den Kummer um sein T-shirt inzwischen wieder fast vergessen und fütterte mit Begeisterung und Faszination mit. Gegen 16 Uhr brachte unser Fahrer uns wieder zurück zu unserer Unterkunft. Wir waren alle erschöpft aber überglücklich. Zum Schluss sprangen wir alle noch in den wunderschönen Pool und ließen uns das Abendessen am Fluss schmecken. Es war wirklich ein unvergesslich schöner Ausflug und ein ganz besonderer Tag, an dem wir viel über Elefanten gelernt haben.

Nachtzug nach Trang

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Bangkok. Diesmal sind wir vom Hotel mit dem Taxi für 200 THB zur Busstation gefahren um von dort aus gegen Mittag für 160 THB den Minibus nach Bangkok zu nehmen. Das war alles wirklich sehr einfach und dazu noch günstig. Der Minibus fuhr etwa 3 Stunden. Am frühen Nachmittag sind wir dann an der Endstation ausgestiegen und erneut mit dem nächsten Taxi noch eine kurze Strecke zum Hua Lamphong Bahnhof zu nehmen. Von dort ging nämlich gegen 17 Uhr unser Nachtzug nach Trang. Die Tickets für das erste Klasse Abteil haben wir von zu Hause aus bereits gebucht und ausgedruckt. Wir gaben unsere schweren Rucksäcke an der Gepäck-Aufgabe-Station auf, weil sie einfach zu schwer waren um damit 2 Stunden durch die Gegend zu laufen. (Ja- wir hatten viel zu viel dabei 😉 ). Wir holten und etwas zu trinken und ein Eis für Moritz und ließen uns erst mal auf die gemütlich aussehenden, ledernen Sessel fallen. Eine halbe Eis- Länge blieben wir auch entspannt sitzen und erfreuten uns der Atmosphäre, bis… Ja, bis wir die Frau hinter uns entdeckten, die auf dem uns dem Rücken zugewandten Sitz, ihre vier Kleinkinder entlauste und die Kopfläuse dann mit einem Finger-schnips in die Gegend schnipste. Etwas geschockt und mit einem gefühlten Jucken überall, suchten wir schnell das Weite und verbrachten die restliche Zeit in einem netten, kleinen Café gegenüber vom Bahnhof. Anschließend deckten wir uns am Gleis noch mit ein paar Getränken und Snacks für die Fahrt ein. Der Zug war pünktlich, wir fanden schnell unser Abteil und machten es uns drin gemütlich. Bei all den positiven Erfahrungsberichten, die ich zuvor über die Fahrt mit dem Nachtzug in diversen Reiseberichten gelesen habe, war unser erster Eindruck bedauerlicherweise etwas getrübt- denn unser Abteil war leider nicht so sauber. Die Zug- Toilette war ebenfalls so, wie es sich für eine Zug- Toilette gehört 😉 Nun ja, half nichts. Moritz war glücklich und total aufgeregt in Anbetracht der vielen, neuen Eindrücke und das war das Einzige was zählte. 🙂 Wir bestellten bei der (leider unfreundlichen) Dame im Zug Abendessen, lehnten uns zurück und genossen den Blick aus dem Fenster. Der Zug rollte langsam aus Bangkok raus und wir passierten Siedlungen und Slums, die direkt an Eisenbahnschienen grenzten. Kinder spielten barfuß an den Gleisen, während ihre Mütter draußen im Wok essen zubereiteten. Wir fuhren vorbei an diversen Nachtmärkten, Palmenhainen und Reisfeldern. Gegen 19 Uhr wurde uns wie vereinbart das Abendessen gebracht, kurze Zeit später wurden die Betten gemacht: Hier waren wir wiederum positiv überrascht, denn alles war makellos und sauber. Es wurde richtig gemütlich in unserem Abteil. 🙂 Wir klebten die Klimaanlage mit Panzer Tape ab (denn es war uns viel zu kalt) und schliefen die Nacht mehr oder weniger gut bis gar nicht. Moritz schlief wie ein Bär. Pünktlich um 8 Uhr morgens kam der Zug in Trang an. Etwas erschöpft stiegen wir aus und wurden direkt von einer lieben Dame ´abgefangen`, die uns nach einem kurzen Austausch darüber wo es denn für uns hingeht, in ihr ´Büro´ brachte, das hinter einem Garagentor lag und gleichzeitig ihr Wohnhaus war. Von dort aus organisierte sie für uns den Transfer nach Koh Ngai. Um 10 Uhr sollte uns ein Minibus abholen und zum Pier bringen. Sie empfahl uns ein kleines Café an der Ecke und wir hatten noch genug Zeit um dort gemütlich zu frühstücken und Kaffee zu trinken. Wir aßen Arme Ritter mit Honig und tranken Kakao und Cappuccino. Alles war wirklich lecker! Moritz spielte noch in der Auffahrt der netten Dame Fußball und sie schaute aus dem Schatten begeistert zu. Wir  erzählten  über das Leben in Deutschland und über unsere bisherige Zeit in Thailand. Sie war ganz angetan und wünschte und noch eine schöne Zeit. Wirklich schade, dass ich nicht mehr ihren Namen weiß, denn sie war wirklich ausgesprochen nett und zuverlässig. Aber für den Fall dass jemand eine ähnliche Reise plant-  haltet Ausschau nach einer netten, älteren Dame mit einer Krücke, die euch am Zug abfängt 😉 Um 10 Uhr holte uns der Minibus ab und wir fuhren noch etwa eine halbe Stunde weit, bis wir am Pier ankamen, endlich am Meer! Dort angekommen hatten wir wiederum etwas Zeit, denn die Fähre ging erst um 12h. Tatsächlich fuhr die Fähre dann gegen 13 Uhr endlich los und brachte uns nach Koh Ngai. Oder besser gesagt an eine Stelle VOR Koh Ngai- an der wir noch in ein Longtailboot wechselten, das uns wiederum zu unserer Unterkunft brachte. Hört sich alles wilder und anstrengender an, als es in Wirklichkeit war- denn die Transfers sind in Thailand wirkliche Selbstläufer 😉

Koh Ngai- 5 Nächte

Schon die Anfahrt auf Koh Ngai ist überwältigend! Türkisfarbenes Wasser, weißer Sandstrand und Dschungel. Wir konnten uns an der Kulisse gar nicht satt sehen und das die gesamten 4 Tage lang, die vor uns lagen. Gewohnt haben wir im Mayalay Beach Resort, in einem Sea view bungalow in erster Reihe- direkt am Meer! (Ja, wir haben uns mal was gegönnt! 😉 ) Es war wirklich toll!

Immer wenn wir irgendwo ankamen, machten wir zuerst ein gemütliches „Ankomm-Bierchen“ aus der Mini-Bar auf. Dieses Mal kam Moritz uns zuvor! Ganz überschwänglich sagte er: ´Mama-ich bin doch schon groß, oder? ` `Ähm.. ja`, …`dann darf ich jetzt auch ein Bier trinken, oder? ` `Ähm… nein..` Es hat ein wenig gedauert, aber jetzt versteht er, dass er erst ein Bier trinken darf, wenn er so groß ist wie Papa und auch einen Bart hat- genau wie Papa. Ich hätte nie gedacht dass ich mal so eine Konversation mit einem 2,5 jährigen führen werde!

Auf Koh Ngai kann man nicht viel machen außer schnorcheln, essen und Cocktails schlürfen- und genau dafür sind wir hergekommen. 😉 Es ist eine Trauminsel und man kommt hier wirklich runter. Im Vergleich zum Rest Thailands gehört Koh Ngai mit seinen mehr mäßig daher kommenden Unterkünften eher zu den teureren Fleckchen. In einigen Reiseberichten habe ich gelesen, dass das Preis-Leistungsverhältnis hier auf der Insel nicht stimmt. Wir fanden es ganz im Gegenteil! Für uns stimmte alles! Wo sonst kann man schon direkt vom Bungalow aus schnorcheln gehen? Und das auch noch in diesem traumhaft türkisfarbenen Meer? Auch wenn man hier auf der Insel etwas mehr für die Unterkunft ausgeben muss- es lohnt sich total! Es ist sehr einsam hier. Nicht selten waren wir weit und breit alleine im Wasser. Wir konnten täglich nach Lust und Laune am Riff schnorcheln gehen ohne dafür teure Ausflüge buchen zu müssen. Die Unterwasserwelt ist klasse! Fische, in den verschiedensten Farben und Größen, Feuerfische, bunte Riesenmuscheln und Seesterne. An unserem letzten Tag wurde sogar eine Seeschlange angespült- ich als vor- Schlangen- Angst- Haber, war froh, dass es am letzten Tag passiert ist 😉 Bei jedem Schnorchelgang hat man etwas Neues entdeckt! Im Koh Hai See Taste Restaurant gleich nebenan, gab es die besten Coconut- Smoothies die wir in Thailand in all der Zeit getrunken haben. Dort und im Koh Ngai Camping Restaurant gab es auch das beste Essen der Insel! Oft sind wir hier versackt, während Moritz ein paar Meter vor uns im seichten Wasser spielte, oder abends bei Ebbe tobte und mit anderen Kindern fangen spielte. Die Insel ist wirklich ein Traum, sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder! Einzig am Strand sieht man hier und da mal ´unschöne´ Fetzen von Sandsäcken. Ebbe und Flut setzen der Insel immer mehr zu, der Strand wird durch das Wasser immer mehr abgetragen und so versuchen die Hotels ihre Strandabschnitte mit Sandsäcken zu schützen. Wir haben vorher davon gelesen und waren deshalb auch nicht negativ überrascht, wenn wir hier und da mal einen Sandsack durchblitzen sahen. Und so verbrachten wir vier wunderbare, entspannte Tage auf dieser wunderschönen Trauminsel. Schuhe brauchte man hier nicht, denn alles spielt sich am Strand ab. Tagsüber gingen wir also schwimmen und schnorcheln, abends suchten wir bei Ebbe lebende Riesenmuscheln, die aus dem Wasser ragten und Krebse! Einer hat sich mal in meinen Fuß gebohrt :/ Sogar einen kleinen Rochen haben wir im seichten Wasser gefunden! Bei Ebbe konnte man auf dem freigespülten Meeresboden fast bis zum Riff spazieren! Wir machten lange Strandspaziergänge, suchten Einsiedlerkrebse, schaukelten auf Palmenschaukeln und ließen uns massieren. An einem Tag sind wir durch den Dschungel zum südlichen Strand, dem Paradise beach gewandert. Es gibt einen schönen Weg, man kommt an Bananenpflanzen und handtellergroßen Riesenspinnen vorbei. Zwischendurch muss man auch ein wenig ´klettern`. Überall sind Palmenhaine, in deren Kronen Nashornvögel sitzen. Leider gilt für diese Tour aber auch: Bloß nicht stehen bleiben- denn sonst wird man von den Moskitos zerstochen 😉 Den Paradise beach empfanden wir persönlich als zwar sehr schön, aber unspektakulär. Wir schnorchelten dort und tranken etwas. Auch unter Wasser gefiel es uns an der Ostküste besser!

Koh Lanta- 4 Nächte

Den Transfer von Koh Ngai nach Koh Lanta haben wir ebenfalls bereits bei der netten Dame mit dem Krückstock in Trang gebucht. Da saßen wir nun und warteten auf unser Longtailboot, das uns abholen und zur Fähre bringen sollte. Wir warteten und warteten… Es kam kein Longtailboot. Nach einem Telefonat unserer Rezeptionistin mit der Fähr-Gesellschaft, wussten wir: Das Longtailboot ist unterwegs zu uns. Also warteten wir wieder und warteten uuund sahen die Fähre an uns vorbei fahren. Hm, irgendwas konnte da ja nicht stimmen. Erneut nahm die Dame an der Rezeption Kontakt auf und nun stand fest: ´Mam- sie haben Euch vergessen. Dass sie zu spät kommen, kommt sehr oft vor, aber dass sie jemanden völlig vergessen- das ist noch nie vorgekommen…` Ok, kurz machte sich Panik breit, aber dann: ´Sie schicken jetzt ein Longtailboot das euch abholt und die Fähre einholt. Die Fähre wartet auf dem Meer auf Euch. ` Wir waren etwas spekpisch- aber alles hat wunderbar geklappt. Einige Minuten später kam dann endlich das ersehnte Longtailboot und brachte und zur Fähre, die mitten auf dem Meer auf uns wartete. Wir stiegen um und waren guter Dinge es für heute geschafft zu haben. Doch nein, einige Minuten später hielt unsere Fähre erneut auf dem Meer und schien auf etwas zu warten. Wir dachten zunächst es wurde vielleicht noch jemand vergessen und kam nun mit dem Longtailboot nach- aber nein. Da kam eine andere Fähre, von der Größe genau wie unsere. In etwa mit der gleichen Anzahl an Leuten an Bord (irgendwas zwischen 60-80 schätze ich) mit zugehörigem Gepäck. Und dann hieß es plötzlich: So- alle müssen jetzt die Fähre wechseln! Noch als wir uns fragten ob wir das wirklich richtig verstanden haben und Zeit hatten das Geschehen zu hinterfragen, sahen wir auch schon unser Gepäck auf der anderen Fähre. Klar- es wurde als erstes umgeladen, weil wir ja als letztes auf die Fähre gingen und es ganz oben lag. Es herrschte kurzzeitige Verwirrung. Einige hinterfragten den Sinn dieses Unternehmens, andere suchten verzweifelt ihr Gepäck. Aber nach viel Trubel und einigen Minuten Hin- und Her schienen die Einen alle auf der richtigen Fähre nach Koh Lanta zu sein und die Anderen auf der entsprechend anderen Fähre nach Koh Ngai. Puh, jetzt haben wir es aber wirklich geschafft. Die Fähre legte am Pier an und wir wurden auf verschiedene Fahrzeuge verteilt, die die unterschiedlichen Unterkünfte an den verschiedenen Stränden ansteuerten. Wir haben für die nächste vier Tage das “ Anda Lanta Resort“ gebucht. Das Resort befindet sich im Süden der Insel am wunderschönen Klong Chak Beach, weit abseits vom Trubel. In einer wunderschönen Bucht gelegen und von Palmen gesäumt war der Strand für uns der schönste der ganzen Insel. Neben einer weiteren Unterkunft, gibt es an diesem Strandabschnitt noch einige gemütliche Bars, von denen wir die ´Take it easy Bar´ mit ihrem köstlichen Essen und den Reggae Beats richtig ins Herz geschlossen haben. Die ganze Bucht ist ein wirklich toller und sehr entspannter Ort, an dem man wunderschöne Sonnenuntergänge betrachten und einfach die Seele baumeln lassen kann.

An einem bewölkten Vormittag haben wir eine Wanderung durch den Mu Koh Lanta Nationalpark gemacht. Die Bucht mit dem Leuchtturm ist wirklich wunderschön anzusehen. Vom Leuchtturm aus hat man eine schöne Panorama- Aussicht auf die zwei Strände. Im Park gibt es einen Nature Trail, für den man in etwa 2 Stunden einplanen sollte. Wir haben gehofft auf diesem Trail auf einige Tiere wie Affen oder Baumschlangen (die Männer, ich nicht) zu stoßen, aber leider war dies nicht der Fall. Bis auf einige sonderbare Bäume gab es nicht viel zu sehen. Trotz Wolken war es schwül warm und anstrengend. Auch Moritz war an diesem Morgen nicht in Laufstimmung, so dass wir ihn den ganzen Pfad tragen mussten. Wir finden leider dass sich dieser Nature Trail nicht wirklich lohnt und waren froh, als der Rundgang zu Ende war. Als wir wieder zum Eingang des Nationalparks kamen (wo der Rundweg endete), sahen wir endlich Affen! Inzwischen waren auch viel mehr Touristen dort und es bildete sich eine Schlange auf dem Weg hoch zum Leuchtturm. Auch die Strände waren voller. Es lohnt sich also aufjedenfall schon früh hinzufahren, auch wenn die Affen da wahrscheinlich noch schlafen 😉 Gegen Mittag fuhren wir wieder zurück und ein Stückchen weiter und frühstückten pancakes mit Honig und tranken Eiskaffee und frisch gepressten Wassermelonensaft im gemütlichen Drunken Sailors, wo man sich zwischen Sitzsäcken und Hängematten entscheiden muss 🙂

Am nächsten Tag machten wir vormittags wieder einen Ausflug und wanderten durch den Dschungel zum Klong Chak Wasserfall. Der Wasserfall an sich ist in der Trockenzeit nicht ganz so imposant, dafür ist der Pfad durch den Dschungel umso beeindruckender und abenteuerlicher. Es geht die ganze Zeit am Fluss entlang, der sich mal breit und dann wieder schmaler durch das Dickicht schlängelt. Einige Male muss er auch passiert werden. Überall hängen Lianen und man sieht und hört die ganze Zeit Affen durch die Baumkronen jagen. Man kommt an einer kleinen Höhle vorbei, an deren Decke Fledermäuse hängen. Man sieht riesige, bunte Schmetterlinge, große Tausendfüßler und Flughunde, die an Bäumen hängen. Wenn man etwas Zeit mitbringt ist der Pfad auch uneingeschränkt für Kinder, bzw. Kleinkinder zu empfehlen. Er ist ein reines Abenteuer für Kinder! Hier und da muss man auch mal klettern, über riesige Wurzeln steigen, oder durch den Fluß laufen, aber mit einer helfenden Hand geht das gut! Moritz ist den ganzen Weg alleine gelaufen- lediglich für die letzten zehn Minuten auf dem Rückweg reichten seine Kräfte nicht mehr, so dass wir ihn tragen mussten. Das Baden im Pool des Wasserfalls ist eine willkommene Abkühlung und mit der Dschungel- Geräuschkulisse eine einmalige Szenerie.

Und so gingen auch diese vier Tage auf Koh Lanta viel zu schnell vorbei. Wir wanderten im Dschungel, badeten im Meer und im Wasserfall, tranken Cocktails zu Reggae Beats, frühstückten pancakes in Hängematten, beobachteten Affen, die regelmäßig auch die Bungalows des Resorts unsicher machten, aßen leckeres Thai Food, ließen uns massieren und spielten Fangen am Strand bei Sonnenuntergang,

Am nächsten Tag ging es für uns nach Koh Jum.

Koh Jum/Koh Puh- 3 Nächte

Den Transfer nach Koh Jum haben wir im Anda Lanta gebucht und so wurden wir am Morgen pünktlich abgeholt und zum Pier gebracht. Da wir ganz im Süden der Insel waren- hatten wir den längsten Weg. Unser Fahrer fuhr noch mehrere andere Unterkünfte an und sammelte weitere Reisende ein. Nach einer Stunde Fahrtzeit kamen wir am Pier an und konnten auch gleich auf die Fähre Richtung Krabi steigen. Nach einer weiteren Stunde stoppte die Fähre zum ersten Mal und alle Reisenden, die nach Koh Jum wollten stiegen in Longtailboote um. Nach weiteren zehn Minuten hielt die Fähre wieder und diejenigen, die nach Koh Puh wollten- so wie wir- waren an der Reihe auszusteigen. Mehrere Longtailboote warteten schon auf dem offenen Meer und als die Fähre hielt wurden Resort Namen hin- und hergerufen und Gepäck wurde von Boot zu Boot gereicht. Wir stiegen über ein anderes Longtailboot in unseres, vergewisserten uns, dass all unser Gepäck mitgekommen ist und fuhren weiter mit dem Longtailboot in Richtung Koh Puh, wo wir die nächsten 3 Nächte in der Balivilla der Banyan Bay Villas verbrachten. Die kleine Anlage mit insgesamt nur 10 Bungalows liegt weit abgeschieden im Norden der Insel. Jeder der Ruhe sucht und einfach mal die Seele baumeln lassen möchte ist hier richtig aufgehoben. Die Bungalows sind an einem Hang gelegen und man hat von den großen Terrassen einen wunderschönen Blick auf das Meer. Das Essen ist ein Traum und alle sind sehr herzlich! Hier herrscht eine absolut familiäre und entspannte Atmosphäre. Man kann sogar in der Küche mit anpacken und sein eigenes Essen selbst kochen wenn man möchte, quasi ein eins- zu- eins- Thai- Kochkurs 😉  Der Strand ist schmal und liegt in einer geschützten Bucht. Der Sand ist goldgelb und ist mehr steinig. Man muss aufpassen, dass man sich an den spitzen Muscheln im seichten Wasser nicht verletzt. Moritz hatte hier immer Schwimmschuhe an. Zum Baden mit Kleinkindern ist dieser Strand unserer Meinung nach weniger geeignet. Allerdings konnte man hier am Strand ein wenig schnorcheln und kostenlos Kanus leihen, so dass es wohl einfach Geschmacksache bleibt.

So sehr wir zu Beginn unserer Reise gegen das Rollerfahren in Thailand waren (und das obwohl wir beide Motorradfahrer sind), sahen wir hier auf Koh Jum nun zum einen die Notwendigkeit und zum anderen waren wir uns erstmalig absolut sicher, dass das Rollerfahren hier vollkommen ungefährlich und bedenkenlos ist. Es gibt hier auf Koh Jum keine Autos (ich habe vielleicht zwei Stück gesehen in den 3 Tagen), nur eine wirkliche Straße, keine Kreuzungen, keine Ampeln, und die Rollerfahrer kann man auch an einigen Händen abzählen.

Wir mieteten also für die beiden Tage einen Roller, auf dem wir zu dritt die ganze Insel erkundeten. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht und Moritz konnte gar nicht genug kriegen vom Rollerfahren! Er saß mal vorne und mal zwischen uns. Einmal ist er sogar beim Fahren eingeschlafen, wir hielten am Strand, legten ihn in den Schatten einer Palme und genossen einfach die herrliche Pause. Neben der gut ausgebauten, asphaltierten Straße gab es auch einige Sand- und Steinpisten. Wenn man von Koh Puh aus in den Süden fährt, passiert man zwingend einige der vielen Kautschukbaum- Plantagen, an deren Stämmen überall kleine Behälter angebracht sind um den Naturkautschuk zu sammeln. Man fährt vorbei am Mount Puh, überall wachsen Kokospalmen und Bananen. Affen kreuzen den Weg und in vielen versteckten Ecken gibt es kleine, gemütliche Bars, in denen man zu Reggae Musik etwas trinken kann. Und so lagen wir unter Palmen am paradiesischen Golden Pearl Beach, tranken Coconut-Smoothies in der aus Strandgut errichteten kleinen Bar am Magic Beach, entspannten in der Freedom Bar am Andaman Beach, schaukelten, schwammen und ließen einfach die Seele baumeln. Wir lauschten zu Reggae Beats im Peace Paradice am North Beach, ließen das Treiben auf uns wirken im Baan Koh Puh und schlenderten durch das kleine Fischerdorf Baan Koh Jum, bestellten uns frische Roti (thailändische Bananen- Pfannkuchen) und aßen im Koh Jum Seafood Restaurant (was sehr empfehlenswert ist! Schade, dass wir das erst am letzten Tag entdeckt haben). Koh Jum ist wirklich traumhaft. Die Strände und die Vegetation sind naturbelassen. Es gibt hier die schönsten Sonnenuntergänge. Die Menschen sind alle sehr herzlich. Alles wirkt absolut friedvoll und entspannt. Man kann hier wirklich von Allem losgelöst abtauchen und sich an der Natur und der faszinierenden Seelenruhe und Gelassenheit, die diese Insel ausstrahlt berauschen. Ein wirklich einzigartiger Ort.

Krabi (Ao Nam Mao, Railay Beach und Tiger Cave Tempel)- 2 Nächte

Letzter Halt Krabi!

Den Transfer buchten wir in unserer Unterkunft auf Koh Jum und so durchliefen wir wieder dasselbe Prozedere wie auf dem Hinweg- nur umgekehrt: Wir wurden morgens mit dem Longtailboot abgeholt, warteten dann auf dem Meer auf die Fähre, stiegen um und fuhren bis nach Krabi. Dort abgekommen buhlten bereits unzählige Taxifahrer um die Reisenden und so nahmen wir uns ein Taxi zu unserer letzten Unterkunft in Ao Nam Mao, dem `Thip Residence Botique Hotel`. Die Anlage liegt etwas abseits vom Trubel an einer Straße, ist sauber und hat einen kleinen Pool. Die Zimmer sind sehr einfach und haben kleine Balkone. Wir konnten aus unserem Zimmer das Meer sehen. Wir haben uns für dieses Hotel entschieden, weil die Lage der Unterkunft für unsere Zwecke perfekt war, denn wir hatten nur den Nachmittag des Anreisetages und den nächsten vollen Tag zur Verfügung, bevor es für uns vom Krabi Flughafen wieder zurück Richtung Deutschland ging. Für einen längeren Aufenthalt oder Leute, die Wert auf Luxus legen, ist diese Unterkunft nicht geeignet. Sie ist viel mehr praktisch gelegen und ein guter Ausgangsort für Ausflüge in verschiedene Richtungen. In etwa 200 Metern Entfernung erreicht man den Ao Nam Mao Pier, von dem aus für 100 THB halbstündlich Longtailboote zum Railay Beach fahren. Und so machten wir uns direkt nach unserer Ankunft und einer kurzen Mittagspause auf zum Railay Beach. Dort angekommen fühlten wir uns nach unseren Aufenthalten auf den anderen Inseln, zunächst völlig überfordert wieder so viele Menschen zu sehen, denn der Railay Beach ist zwar schön und faszinierend- zugleich jedoch völlig überlaufen, also komplett anders als wir es auf unserer bisherigen Reise durch Thailand kennengelernt haben. Wir spazierten am Strand, beobachteten die Affen, die über die Stromkabel turnten und aßen Eis in der Abendsonne. Zu viel mehr fehlte uns leider die Zeit, denn was wir vorher nicht wussten war, dass das letzte Longtailboot zum Ao Nam Mao Pier (und auch überall anders hin übrigens) bereits um 18 Uhr abfuhr. Fazit also: An sich eine wunderschöne, atemberaubende Halbinsel mit ihren Palmen und hoch in den Himmel ragenden Kalksteinformationen, allerdings wirklich überlaufen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es zum Abend schöner und leerer wird, wenn die Tagestouristen um 18 Uhr die letzten Boote zurück nehmen. Wir nahmen also das letzte Boot zurück, sprangen noch in den Hotelpool, holten uns abends Pad Thai aus der tollen Garküche, die direkt vor dem Hotel platziert war und aßen es frisch geduscht und im Pyjama in unserem Zimmer, denn fürs Ausgehen waren wir an diesem Abend alle viel zu ko. J

Krabi- Tiger Cave Tempel(Wat Tham Suea)

Die Tempelanlage ist eine der heiligsten buddhistischen Stätten in dieser Region. Den Transfer buchten wir direkt bei der Fahrerin, die und gestern von der Fähre zum Hotel gebracht hat. Wir glichen die Preise zuvor mit der Grab App ab um nicht zu viel zu bezahlen. Und so wurden wir, als wir morgens runter zur Rezeption gingen bereits erwartet (es kam diesmal der Mann von der Taxifahrerin) und starteten die ca. halbstündige Fahrt zum Tiger Cave Tempel.

Wir kauften uns ein paar Snacks beim Bäcker und im Supermarkt und frühstückten noch gemütlich auf einer Bank, bevor wir- auf der Suche nach dem Tiger- begangen die 1237 Stufen zur oberen Tempelanlage hochzusteigen. Direkt wurden wir von Affen begleitet, die dort die Treppen rauf- und runter jagten. Man kann es nicht schön reden: Der Aufstieg hat es in sich- vorallem mit Kleinkind. Die Treppen sind oft unterschiedlich hoch und breit, so dass es schwer ist einen richtigen Laufrhythmus zu finden. Moritz ist die ersten hundert Stufen selbst gelaufen, danach war nichts mehr zu machen. Aber da wir unbedingt da hoch wollten, haben wir ihn abwechselnd 100 Stufen getragen. Und es wurde GANZ GENAU!! gezählt 😉 Es war schon sehr anstrengend, anders kann man es nicht sagen. Wir waren froh, dass wir genug zu trinken dabei hatten und dass es erst 9 Uhr morgens war, denn so lag der Berg und die meisten Stufen im Schatten. Nach einigen hundert Stufen gab es jeweils kleinere Plattformen, an denen man ausruhen konnte- und das machten wir auch. Nach etwa einer Stunde Stufen laufen kamen wir oben auf einer terassenförmig angelegten Plattform an und wurden für die Strapazen belohnt. Auf dem Berg befindet sich eine sehr schöne Tempelanlage mit einer riesigen, imposanten Buddhastatue und vielen kleineren Buddhas in allen Lebensphasen. Beim Betreten der Tempelanlage muss man wie gewohnt die Schuhe ausziehen und läuft dann über die von der Sonne angenehm erwärmten Steine. Auf dem Berg herrscht wunderbare Ruhe und der Ausblick ist faszinierend. Barfuß auf den warmen Steinen und bei leichtem Wind kann man ganz Krabi und Umgebung überblicken. Es überkommt einen ein regelrechtes Freiheitsgefühl. Es ist wirklich ein magischer Ort hier oben. Nur den Tiger, von dem wir dachten ihn hier zu finden, gab es nicht 😉

Nach einer ausgiebigen Verweilpause füllten wir noch kostenlos unsere Wasserflaschen auf und begangen mit dem Abstieg. Auch der hat es in sich, denn nach kurzer Zeit begangen unsere Beine zu zittern. Die Anstrengung war jetzt also nur eine andere. Moritz hatte wieder keine Lust auf Treppenlaufen und genoss den Rückweg auf Papas Schultern. Es wurde auch zunehmend voller, immer mehr Menschen kamen uns Kräfte entzerrt entgegen und immer wieder wurden wir gefragt wie weit es denn noch bis nach Oben ist 😀 Die Sonne schien mittlerweile gegen 11 Uhr gnadenlos und es gab auch nicht mehr viel Schatten. Wir waren mehr als froh, dass wir uns zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Rückweg befanden und nicht wie all die anderen, die den Aufstieg noch vor sich hatten.

Unten angekommen deckten wir uns mit verschiedenen Fleisch- und Fischspießen an der Garküche gegenüber des Berges ein und ruhten uns im Schatten eine Weile aus. Moritz entschied sich mal wieder für Melone.

Wir spazierten ein wenig in der unteren Tempelanlage mit all ihren Details umher. Eine buddhistische Nonne knüpfte Sai Sin Bändchen, von denen wir uns alle eins um das Handgelenk binden und uns dabei segnen ließen. Das besondere an diesen Bändchen ist, dass man es nicht abmachen darf. Man muss warten, bis es von selbst abfällt. Dann bringt es Glück. Wir fanden auch den Tiger aus Porzellan. Er befand sich ganz versteckt in einer Nische in einem der Gebäude. Auch hier lagen wieder unzählige Blumen und Opfergaben, die den Tiger und seine Höhle schmückten. Einige Gläubige knieten sich auch vor den Tiger uns beteten. Moritz hatte so viel Ehrfurcht- es hat ein wenig gedauert, bis er uns geglaubt hat, dass dieser Tiger nicht echt ist. 😀

Zum Schluss hatte nur noch ich die Kraft das Wonderland zu besuchen. Ich ließ meine beiden Männer auf der Platzmitte zurück wo sie sich einfach nur ausruhten und die Affen beobachteten, und schaute mir noch an wo die Mönche leben. Nach den 1237 Stufen vom Vormittag musste aber auch ich mich erst wieder überwinden, denn auch hier heißt es zunächst wieder einige wenige hundert Stufen rauf- und runter zu laufen um das Wonderland zu betreten. Die winzigen, spartanisch gebauten, teils bunten Mönchs- Häuschen kauern sich hier in kleine Winkel, direkt an den riesigen Felsenberg. Sie wirken ein wenig so wie man sich ein typisches, kleines Hexenhäuschen vorstellt. Teils auf Stelzen oder direkt in die Felswand gebaut, teilweise nur über eine Leiter zu erreichen und mit Lianen verhangen, die sich die Steilwand runterschlängeln. Überall hängen orangefarbene Mönchgewänder an Wäscheleinen. Alles wirkt irgendwie unwirklich, wie in einem Fabelwesen Wald. Der Name Wonderland ist hier also wirklich passend. Es gibt einen Rundweg, der vorbei an den Mönchsunterkünften, immer zwischen Dschungel und Felsen entlang führt. Es gibt kleine Höhlen zu entdecken und in Höhlen liegende Gebetsstätten. Riesige Palmenblätter und Bambuspflanzen säumen den Weg und vereinen sich in geringer Höhe, so dass man oftmals das Gefühl hat sich tief in einem undurchdringlichen Regenwald zu befinden. Man kommt immer wieder an riesigen, bunt geschmückten und mit Tüchern ummantelten Bäumen vorbei. Die Atmosphäre ist beeindruckend. Man FÜHLT wirklich, dass man sich an einem besonderen, spirituellen Ort befindet.

Überwältigt von den Eindrücken und Empfindungen nahmen wir uns am Nachmittag ein Taxi zurück zum Hotel, sprangen nochmal in den Pool und ließen unseren letzten Abend bei einem Abendessen in der Garküche ausklingen, wo wir auch am Abend zuvor schon das Essen geholt haben. Diesmal aßen wir draußen, denn es gab hier auch ein paar Tische, an denen wir an diesem Abend nur zwischen Einheimischen saßen.

Rückflug

Am nächsten Tag ging unser Flug zurück nach Deutschland. Wir wurden morgens pünktlich von dem Taxifahrer, der uns am Tag zuvor bereits zum Tigehöhlentempel gefahren hat, am Hotel abgeholt und zum Flughafen Krabi gebracht. Über Bangkok ging es dann zurück nach Hause. Diesmal hatten wir keinen Nachtflug. Es war ein wenig anstrengender Moritz während der ganzen Zeit bei Laune zu halten, denn diesmal schlief er insgesamt nur 2,5 Stunden und nicht 7 wie auf dem Hinflug, aber auch das klappte irgendwie und sogar besser als gedacht.

Fazit

Unsere Thailandreise war wirklich großartig! Das Land ist so vielfältig und faszinierend! Wir können es jedem nur empfehlen! Und wir haben auf unserer Reise nur einen Bruchteil davon kennengelernt. Wir haben schon viele Länder Nah- und Fern individuell bereist und ganz viele tolle Eindrücke gesammelt, aber bei Thailand ist es irgendwie anders. Es sind das warme, angenehme Gefühl und die Sehnsucht, die sofort aufkommen und einen in eine glückselige Stimmung versetzen, und zwar wenn wir an jeden einzelnen Tag unserer Reise zurückdenken. Und Moritz? Der redet seid unserer Rückkehr nur noch von Thailand und fragt ständig wann wir denn wieder hinfliegen. Bei jedem Flugzeug das er am Himmel entdeckt sagt er: ´Guck mal Mama, das fliegt bestimmt nach Thailand!

Geschrieben von Katharina Vogel aus Köln

1 thought on “Thailand mit Moritz – Ein Reisetagebuch (Februar 2018)

  • Vielen Dank für diesen tollen, ausführlichen Bericht! Es treibt mir die Tränen in die Augen vor lauter Vorfreude! 😁

Kommentar verfassen