Thailand mit Kind(ern) zum Zweiten – Ein Reisebericht aus 2016

Schon wieder Thailand, warum auch nicht, das letzte Mal ist doch schon zwei Jahre her! Emilie ist nun schon 6 und Maxim 4. Den Buggy haben wir zuhause gelassen, stattdessen hat nun jeder seinen eigenen Rucksack mit eigenem Gepäck – Backpacker eben, die Kleinen wie die Grossen.

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Im ersten Bericht unserer Reise 2014 nach Thailand mit Kindern hatte ich geschrieben, dass der Flug mit Zwischenstop vorteilhafter ist, da man auf halber Strecke, damals Dubai, Zeit hat sich die Beine zu vertreten und genau das sowohl den Kids als auch uns Erwachsenen gut tut. Doch diesmal kam’s anders, der Direktflug mit Swiss war günstig und es war ein Flug mit der neuen Boeing 777 – let’s give it a try! Diesmal flogen wir ab Zürich direkt nach Bangkok. Der Flug dauerte ca. 13 Stunden – da in der Nacht, ging’s schneller vorbei als erwartet. Den Kindern ist das so wie wir das beurteilen egal, so lange der Bildschirm vor ihnen funktioniert.

Wie üblich, hatten wir das erste Hotel auch dieses Mal bereits von Zürich aus gebucht. Das Siam at Siam http://www.siamatsiam.com/ (am Siam Square) liegt perfekt und gleich an der schönen Shoppingmeile Bangkoks (MBK, Siam Center, Siam Paragon, Siam Discovery). Das Hotel ist toll und hat einen Pool – immer sehr vorteilhaft, denn im Sommer (Offseason) ist es sehr warm und eine Abkühlung tut jedem gut.

Nach der Ankunft in Bangkok buche ich uns als erstes übers Handy einen Flug mit Thaiairways nach Chiang Mai, grösste Stadt im Norden Thailands. Die Preise waren wie schon vor zwei Jahren mit ca. 140 Euro für die ganze Familie praktisch unverändert. Flugzeit eine Stunde. In Chiang Mai angekommen, einem kleinen Flughafen, hiess es raus und Taxi nehmen in Richtung Stadt. Siehe Google Maps, die Altstadt ist ein klassisches Viereck und die Zugänge in Gates benannt. Es ist eigentlich egal, an welches Gate man sich fahren lässt, so gross ist die Stadt auch nicht. Ein Blick in den Lonelyplanet lohnt sich aber alleweil, weil man dort zumindest mal eine erste Idee erhält, wo welche Hotels und Restaurants liegen. Am Gate angekommen gingen wir wie immer vor: setz dich in das erste gemütliche Restaurant und bestell was zu trinken und/oder essen. Ich ging darauf alleine auf die Suche nach einer Bleibe für die nächsten drei Tage und habe auch was gefunden (man findet immer etwas). Diesmal war es ein kleines Guesthouse namens Seven Sun’s (http://www.sevensuns.net/) , geführt von einem älteren und total sympathischen Amerikaner. Ich brauchte kaum Familie zu erwähnen, als die uns gleich ein grosses Zimmer „familientauglich“ einrichteten. Ich holte Frau und Kinder ab und 30 Minuten später war das Zimmer total schön mit extra Kinderbett und bezogenem Bettsofa bereitgestellt. Oft sind solche Guesthouses selbst von den Besitzern geführt und bewohnt. Also hatten unsere Kinder sofort Kontakt zu anderen Kindern – und diese verstehen sich auch ohne Sprache.

Chiang Mai ist Ausgangspunkt für diverse Touren und Action-Attraktionen. Wer das sucht, ist dort an der richtigen Adresse. Wir haben uns für einen Tag bei den Elefanten entschieden und zwar war es eher eine kleinere Sache, es hiess, es sei das am wenigsten touristische Angebot, doch könne man dort nicht auf den Elefanten reiten. Das hat uns gut gepasst – es gibt ja bekanntlich diverse (negative) Storys über diese Elefanten-Camps. Der Tages-Ausflug ins Camp https://www.changthaiheritage.com/  war toll und gerade für die Kinder sehr lehrreich, zudem war es für sie der erste „richtige“ Kontakt mit den Elefanten. Die Guides vor Ort schienen das auch sehr gut zu machen, nie wurde geschrien, nie wurde geschlagen. Wir haben Futter zubereitet, Bambus geschnitten, Elefanten gefüttert und gingen sie im Fluss waschen, d.h. wir gingen alle mit den Elefanten baden – es war ein grosser Spass. Was man hier auch erwähnen muss, ein Guide hat sich mit einem kleinen Elefanten explizit um uns gekümmert. Wir waren wenige Touristen und so kam es nie zum „Stress“ zwischen den Touristen und/oder den Elefanten. Es war ein herrlicher Tag! Auch da, vergleicht die Angebote, fragt an verschiedenen Orten für’s gleiche an und versucht so herauszufinden, ob es für euch passt oder nicht.

Ansonsten ist Chiang Mai ein hübsches Städtchen mit vielen tollen Kaffees, Märkten und bietet die Möglichkeit schon mit Tuk Tuk’s kleine Ausflüge zu machen und an Sunrise- oder Sunset-Orte zu fahren. Natürlich gibts auch dort unzählige Tempelanlagen, für all diejenigen, die sich dafür interessieren. Doch was uns mehr als Chiang Mai interessierte war der Ort Pai, eine Art Hippie Dorf mit vielen Künstlern, Aussteigern und solchen, die es ruhig angehen und Zeit im Grünen verbringen wollen. Pai muss man sich vorstellen wie ein Inseldorf, einfach ohne Meer. Pai ist so klein, dass sich hier oben jeder einen Roller mietet (2-3 Euro pro Tag) um die ganze Region zu erkunden. Und da es in Thailand ja kein unbekanntes Bild ist, wenn man die Kids vor einem zwischen den Beinen auf dem Roller hat, haben wir das auch gemacht – und es funktioniert prima. Der Helm ist wohl eher zur Dekoration, eine Wirkung wird er tendenziell nicht haben, aber mit Kids auf dem Roller = vorsichtig fahren! Zudem vermeidet man so allfällige Diskussionen mit der örtlichen Polizei, wobei wir nie den Eindruck hatten, als würden die sich für einen Familie mit Kindern interessieren. In Pai kann man gut ein paar Tage verbringen, es gibt schöne Orte mit tollen Wasserfällen (ja, man kann/darf/soll dort auch baden), Reisfelder, Canyons zum bestaunen und überhaupt ist es eine sehr schöne Region. Wir hatten die Zeit dort oben (Guesthouse Baan Salee Pai) so sehr genossen, dass wir fast vergessen hatten, die weitere Reise zu organisieren. Und so kam es, dass wir nicht wie angedacht mit dem Zug von Chiang Mai nach Bangkok fahren konnten, sondern nach backpacker Art nur noch der Nachtbus übrig blieb. Was also mit einem Flug in einer Stunde vorbei ist, dauert mit dem Bus eine ganze Nacht – es hat aber auch seinen Reiz und ist in jedem Fall ein Erlebnis. Richtig, schlafen tut man nicht sonderlich gut :-).

Wir fuhren also gegen 14 Uhr von Pai mit dem Shuttle nach Chiang Mai – habe ich erwähnt, dass die Strasse von Pai nach Chiang Mai 762 Kurven hat? Nicht? (Ist kein Witz, könnt es mal googlen). Sea-Sickness Pills lassen sich übrigens auch bei solch einer Fahrt einnehmen. Im Shuttle steht nämlich, auf deutsch übersetzt: „nicht kotzen“! Gute drei Stunden später erreicht man dann Chiang Mai, Bus-Terminal. Und für alle die das noch nie gemacht haben – immer die Ruhe bewahren, Thailand funktioniert – immer! Es dauert manchmal einfach länger. Also wurden wir vom Busterminal an eine Tankstelle gefahren und dort hiess es „wait here, bus coming soon“. Und da sitzen also ca. 50 Personen auf ihren Rücksäcken am Boden und warten… und wie es auf Reisen so ist, kommt man ins Gespräch. Und es sind genau diese Momente, in welchen man sich als alter Sack vorkommt, wenn es heisst: you are travelling with kids? cool… how old are you? we are 38, yes, our kids… WOW, you are soooooo old and still travelling?!  Ok, die Mädchen waren 19, da ist man mit 38 schon sehr alt. Aber offenbar hat man grad Eindruck hinterlassen, was sich wiederum gut anfühlt 🙂  Nach knappen drei Stunden an dieser Tankstelle kam dann endlich der Bus und alle standen auf und standen vor den Türen. Doch dann geschah etwas, was wir den „Babybonus“ nennen. Da kommt eine kleine, kräftigere Thai-Dame zum Bus raus, formt mit ihrem Gang einen Keil durch die Jungen und ruft „Baby Family First“!  Und wir kamen von ganz hinten, durch den von ihr vorbereiteten Keil und durften als erste in den Bus einsteigen. Sie gab uns die besten Plätze. Und als wir vier Platz genommen hatten, sagte sie: Are you ok? Yes, thank you! Erst dann liessen sie den Rest rein. Bei dieser Story geht es nicht um die bevorzugte Behandlung, doch soll es aufzeigen, dass Familie/Kinder dort einen anderen Stellenwert haben. Wir haben nie damit gerechnet, noch haben wir auf das gewartet – aber solche Erlebnisse hatten wir in Thailand immer und immer wieder. Dies einer der Gründe, weshalb wir es lieben, mit unseren Kids dieses Land zu bereisen.

In Bangkok sind wir etwas nach fünf Uhr morgens angekommen und haben uns von dort von einem Tuk Tuk in ein uns bekanntes Kaffee in der Nähe der Khao San Road (Backpacker-Gegend) fahren lassen. (Einschub: Den Flug von Bangkok nach Phuket, welcher um 11 Uhr ging, habe ich noch vor der Busfahrt, ebenfalls auf dem Handy gebucht. Nach Chiang Mai und Pai wollten wir wieder ans Meer. Und da der Flug nicht viel kostete, hatten wir uns spontan dazu entschieden, unsere Thialandreise im Süden fortzusetzen). Wir hatten also sechs Stunden in Bangkok zu überbrücken, was wir mit leckerem Frühstück, gefolgt von einem langem Aufenthalt im Massagesalon taten. Da die Kids nach der Fussmassage bereits voll im Off waren, gönnten wir uns noch eine stündige Rücken/Nacken Massage und fühlten uns – auch wenn nur für kurz – wie im siebten Himmel. Von dort per Taxi dann zum Flughafen Bangkok und ab nach Phuket, Taxi und in das vor dem Abflug gebuchte Hotel am Kata Beach (2 Delux Rooms für je 30 Euro pro Nacht). Es war das Chanalai Garden Resort (www.chanalai.com), ein Special Deal auf Booking.com.

Phuket ist uns bekannt schon von der letzten Reise, viel verändert hat sich seit damals nicht. Also verbrachten wir zwei Tage hier am Strand. Und da unsere Kinder schon etwas grösser waren, klappte es dieses Mal auch mit dem Bodyboard. Im letzten Bericht habe ich erwähnt, dass der Kata Beach wegen der Brandungsströmungen (Ripcurls) nicht ganz ungefährlich und darum Vorsicht geboten ist. Unsere Reise ging dann weiter an die von uns schon bekannten Orte Koh Phi Phi und dann Railay, wo wir uns wieder dem Schnorcheln, dem Inselleben und dem Klettern gewidmet hatten. Von Railay gings analog 2014 hoch nach Bangkok, diesmal jedoch in ein anderes, ebenfalls sehr tolles Hotel in der Region Sukhumvit. Die Lebua-Erfahrung aus 2014 war und soll einmalig blieben (siehe Bericht 2014). Darum vermeiden wir es, die selben Hotels aufzusuchen. Es gibt Erlebnisse, die hat man nur einmal im Leben und man sollte es dabei belassen und sich daran errinnern. Und dann sollte man offen für Neues sein und sich auch auf Unbekanntes einlassen. Klar, Bangkok ist Bangkok und doch erlebt man dort immer wieder andere Sachen, lernt neue Orte oder neue Leute kennen – und das ist gut so!

War das nun gut oder weniger gut so zu reisen? Es wurde nämlich sehr viel gereist. Da Bangkok das Zentrum von Thailand bildet, waren wir mit all unseren Flügen ganze drei Mal in dieser Stadt und vier Mal am Flughafen. Rein ökonomisch betrachtet haben wir doch ein paar Tage verloren. Das Hin- u. Her hätte aber mit dem was wir vor hatten nicht vermieden werden können. Heute würde ich keinen Flug mehr direkt nach Bangkok buchen, sondern wieder einen Gabelflug. Zudem hat sich bewährt, im Süden (Phuket) zu starten. Gerade mit Kindern ist ein Start am Strand was Tolles. Es soll vorkommen, dass sich Leute mit Bangkok überhaupt nicht anfreunden können – wenn man aber schon 3 Wochen Thailand hinter sich hat, geht man anders auf Bangkok zu – und nochmals, wir finden Bangkok grossartig!

Nun, wie Eingangs erwähnt, nahmen wir auf dieser Reise einen Direktflug – und es war gut, doch wir bleiben dabei: Ein langer Flug mit Zwischenstop, zumindest bei all diesen Möglichkeiten nach Thailand (bspw. Emirates, Qatar), ist unserer Meinung nach definitiv die bevorzugtere Variante für eine Reise mit Kindern. Und so fliegen wir diesen Sommer mit Qatar Airways via Doha nach Phuket und von Bangkok wieder zurück. Ein Gabelflug! Gebucht bereits im November und somit sehr günstig. Hotels? Mittlerweile habe ich wegen all diesen Buchungen extra Vergünstigungen auf Booking.com – doch die Option mit vor Ort nach Hotels zu schauen ist weiterhin sehr aktuell.

Na dann, Thailand ist und bleibt auf jeder Reise ein Abenteuer, wenn man sich darauf einlässt. Nie im Leben würde ich nur an einem Ort und dies im selben Hotel verbringen wollen – zu viele schöne Orte gibt es zu sehen, zu viele neue Abenteuer zu erleben, zu viele neue Geschichten die man danach zu erzählen hat. Give it a try! Den Mutigen gehört die Welt – seid ihr es? Die Kids werden euch folgen!

Herzlich – Frédéric

Frédéric Diserens

PS: dieses Jahr sind wir von Oktober bis Januar in Südamerika mit den Kindern. Auf meiner Homepage www.fredericdiserens.ch und auf www.instagram.com/disi_in_motion wird es Fotos und Stories zu sehen geben!

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