Endlich wieder Thailand – 7 Jahre Pause waren fast zu viel!

Unsere erste Thailand Reise unternahmen wir bereits 2000. Damals bereisten wir dieses faszinierende Land mit unseren eigenen Fahrrädern gemeinsam mit einem anderen Pärchen. Wir verliebten und damals sofort in dieses Land mit seinen tollen Menschen und wurden schier süchtig nach dem Radfahren in Thailand. Wir  verbrachten dann fast jedes Jahr vier bis fünf Wochen radelnd in Südostasien.

2011 waren wir das letzte Mal dort. 2013 kam unser Sohn Lorenz Talish zur Welt. Als ich schwanger war, wollten wir in letzter Sekunde noch nach Thailand fliegen, was wir aber dann alles stornierten, weil ich es mir auf einmal nicht mehr zutraute. Ich war schon eine etwas ältere Mami und hätte es mir nie verziehen, wenn irgendetwas passiert wäre.

Mein Mann (zukünftig Walter) und ich hatten uns von Anfang an in Thailand verliebt. Und letztes Jahr im April buchten wird dann endlich wieder unsere Flüge. Wir waren früher hauptsächlich im Norden unterwegs. Diesmal entschieden wir uns aber für fast zwei Wochen in Khao Lak und die restlichen Tage der gesamt drei Wochen verbrachten wir in und rund um Chiang Mai.

Am 23. Jänner war es nun endlich soweit. Ich fing schon zwei Wochen (ehrlich gesagt waren es fast drei) vorher damit an, alles zusammen zu suchen, damit auch ja nichts vergessen wurde. Wie früher, erstellte ich verschiedene Packlisten.

Lorenz wurde dann noch ein paar Tage vor dem Abflug krank. Ohweia wenn ich jetzt alles stornieren muss, nein das darf nicht sein. Und einen Tag vor dem Abflug war unser 4jähriger Lausa Gott sei Dank wieder top fit.

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Lorenz freute sich so darauf, dass ich sogar einen Art Adventkalender bastelte, wo wir die Tage bis zum Abflug ausstreichen konnten. Ich hatte auch meine Freude damit.

Gleich nach dem Frühstück wurden wir vom Taxi abgeholt und endlich ging es los zum Flughafen nach München. Dort hatten die Check-in Schalter bereits geöffnet.

Zwei Junge Burschen checkten gerade ihre Fahrräder ein …. So waren wir früher auch immer unterwegs, mir schossen vor lauter Rührung de Tränen in die Augen …

Die Zeit verging wie im Flug, nach einem ausgiebigen Mittagessen am Flughafen machten wir uns auf dem Weg zum Abflug Gate.  Für Lorenz war es nicht der erste Flug nach zwei Mal Gran Canaria war er quasi schon flugerprobt. Er liebt es im Flieger zu essen und auch zu schlafen, behauptete er zumindest vorher. Leider hat er den gesamten Flug nur 2 Stunden geschlafen. Naja, das ist halt einfach blöd, wenn es ein Tagflug ist. In Bangkok hatten wir dann den ersten Durchhänger, jetzt machte sich bereits die Zeitverschiebung bemerkbar.

Lorenz konnte und wollte aber wieder nicht schlafen. Nach ca. 1 ½ h gings weiter mit dem Anschlussflieger nach Phuket. Und Lorenz genoss wieder das Essen! Und an Schlaf war natürlich wieder nicht zu denken, das wird sowieso überbewertet. In Phuket am Flughafen war die Hölle los. Bis wir da draußen waren beim Taxi, da blieb schon einiges an Zeit auf der Strecke. Das Taxi war schon lange da, recht komfortabel fuhren wir mit einem kleinen Bus nach Khao Lak. Leider war nur der Bus komfortabel. Der Fahrer sprach nichts mit uns und fuhr wie ein Berserker. Lorenz machte dies nichts, er schlief sofort ein, unglaublich bei dieser holprigen Fahrt.

Unser Bungalow (Garden Cottage) im Phu Khao Lak Resort war sofort bezugsfertig. Lorenz und auch wir waren sofort begeistert von unserer Bleibe für die nächsten 10 Tage.

Das Garden Cottage ist sehr geräumig. Es ist ein sehr großer Schlafraum, wo das Schlafzelt von Lorenz locker Platz hatte. Das Badezimmer war auch sehr geräumig. Und rundherum ein riesengroßer Palmengarten.

Nach fast 36 h nonstop und ohne Schlaf, wollten wir uns endlich ein wenig ausruhen. Lorenz war jetzt natürlich wieder topfit. Der blanke Horror, ich konnte mich schon nicht mehr gerade halten, ehrlich. Beim Check-in schaute ich schon übers Kreuz und war gerade noch fähig, uns zu registrieren.

Wir schafften es dann trotzdem, uns ein wenig aufs Ohr zu hauen. Dann hatten wir erstmal einen Riesenhunger. Da Khao Lak ja schon sehr touristisch ist, gibt es natürlich auch Speisekarten, die dem sehr angepasst sind. Somit bestellten wir uns erstmal alle ein Sandwich. Lorenz mussten wir sowieso langsam an das thailändische Essen heranführen. Wir sind es von unseren Reisen, die Jahre zuvor gewöhnt, hauptsächlich in Garküchen zu essen. Diese sind leider in Khao Lak fast völlig ausgestorben.

Eigentlich war ich nach dem Mittagessen schon wieder oder noch immer müde. Walter erzählte Lorenz aber bereits von dem Moped, das wir uns dann ausleihen würden. Ohjeeee, das war natürlich ein Highlight und das Moped musste sofort organisiert werden. Wir hatten Glück, denn gleich um die Ecke war ein Moped Verleih. Wir mieteten uns erstmal eine „Maschine“ für einen Tag, um mal zu schauen, wie wir so zurecht kommen damit. Die Helme (unsere Fahrradhelme) nahmen wir uns von daheim mit. Ich vermisste bereits jetzt mein Fahrrad sehr. Das war aber klar, dass es für uns erstmal komisch war, das erste Mal in Thailand überhaupt ohne Fahrrad zu sein. Wir gewöhnten uns aber recht schnell an unser Moped, vor allem Lorenz machte es einen Riesenspaß. Denn sowas ist ja bei uns daheim nicht mal erlaubt. Mir war es bis zuletzt oft zuuuuu schnell und ich fuhr auch alleine nicht sehr oft.

Gleich am nächsten Tag erkundeten wir die Gegend mit dem Moped. Walter und ich waren ja 2011 schon mal für einen Tag in Khao Lak. Ein wenig erinnern konnten wir uns noch, aber so viel gesehen hatten wir damals ja nicht.

Am Vormittag waren wir meistens mit dem Moped unterwegs, entweder zu einem nahe gelegenen Strand, einem nam tok (Wasserfall), einem Wat (Tempel) … oder was uns sonst so unterkam.

Mittags hat Lorenz dann meistens noch geschlafen und nachmittags sind wir dann in unseren erfrischenden Pool gesprungen.

Ich bin auch einige Male laufen gegangen. Es war zwar schon sehr tropisch heiß, aber das machte mir nichts aus. Ich hab es supertoll gefunden und es war für mich das erste Mal, dass ich in Thailand gelaufen bin.

Walter hat Mittags oft noch eine zusätzliche Erkundungstour mit dem Moped gemacht.

Da wir sehr zentral wohnten, spazierten wir zum Abendessen meist zu Fuß nach Khao Lak „City“ und aßen dort zu Abend.

Lorenz hatte anfangs ein wenig Probleme mit der Verdauung. Das legte sich aber auch nach ein paar Tagen wieder.

Des Öfteren fuhren wir auch zum Essen zum Markt. Das hatte wenigstens so ein bisschen den Garküchen Charakter, den wir so sehr vermissten.

Eine thailändische Freundin nannte uns dann ein einheimisches Suppenlokal, eine echte Rarität in Khao Lak, wo es hervorragende Nudelsuppe gab. Auch Lorenz wollte immer wieder dorthin.

Und Gott sei Dank entdeckten wir auch ein Plätzchen, wo es Thai coffee gab, einfach nur herrlich.

Und nun zu den Mosquitos. Diese mochten Lorenz leider am allerliebsten, da half auch das ganze Einsprühen nicht sehr viel.

Leider war auch auf Facebook ständig was in Umlauf wegen dem Dengue Fieber. Als wir dann wieder daheim waren, bekam der Kleine dann auch tatsächlich Fieber. Bei mir läuteten schon die Alarmglocken und ich malte mir schon das schlimmste Szenario aus . Aber Gott sei Dank war es KEIN Dengue Fieber!!!

Noch ein Highlight waren die vielen Katzen in Khao Lak. Auch im Phu Khao Lak Resort gab es sehr viele davon, eine davon kam immer zu unserem Cottage zum Streicheln. Wir sind alle totale Katzenliebhaber, haben auch daheim zwei Stubentiger.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen wir dann nach ca. 10 Tagen Abschied von Khao Lak. Aber Gott sei Dank war der Urlaub noch nicht zu Ende. Es ging ab in den Norden ….

Bei Sonnenaufgang fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen nach Phuket. Von dort gings mit AirAsia direkt nach Chiang Mai. Chiang Mai ist unsere absolute Lieblingsstadt in Thailand und wir kennen uns dort besser aus als in unserer Bundeshauptstadt.

Der Flug war im Vergleich zur Langstrecke ein totaler Klacks. Am Flughafen gings dann mit dem Taxi zu unserer Unterkunft in Chiang Mai. Diese buchte ich auch intuitiv direkt, ich hab  mich total auf mein Bauchgefühl verlassen. Und das Tanita House am Ping River war definitiv die richtige Entscheidung. Wir hatten dort ein Familienzimmer, wo Lorenz sogar sein eigenes Schlafzimmer und Bad/WC hatte. Da war der kleine Lausa gleich hellauf begeistert. Die Besitzerin Aor ist ein sehr herzlicher Mensch. Sie wohnt selber dort mit ihrem Vater, um den sie sich rührend kümmert. Und auch die Gäste kommen nicht zu kurz.

Lorenz brauchte wieder seinen Mittagsschlaf. Ich blieb bei ihm. Walter marschierte zu Fuß los Richtung Warorot Markt. Er schickte mir dann ständig Fotos und ich konnte es kaum mehr erwarten, später gemeinsam los zu starten.

Am späten Nachmittag marschierten wir dann gemeinsam los. Uiii da steppte der Bär auf dem Markt und Lorenz fühlte sich anfangs sichtlich unwohl. Aber schnell fand er großen Gefallen an dem Getümmel. Wir stolperten auch sogleich über die unzähligen Stoffläden, für mich als Hobby Schneiderin, ein Paradies. Auch Lorenz  gefiel es, mit mir zwischen den Stoffballen zu stöbern. Walter verdrehte die Augen, aber da musste auch er jetzt durch.

Wir gingen ganz runter bis zum Kalare Night bazaar zum Abendessen. Es hat sich schon einiges verändert in den Jahren, aber irgendwie war es immer noch so wie früher. Lorenz liebte mittlerweile das Thai Omelette mit Reis und gaaaanz viel Fischsauce. Da hatten die Thais immer ihren Spaß, weil er es die Sauce regelrecht übers Essen schüttete. Aber das ist er schon von daheim gewohnt. Wir haben ihn schließlich schön langsam auf Thailand vorbereitet.

Zwei Tage hatten wir in Chiang Mai. Wir vertrieben uns die Zeit mit ein bisschen Sightseeing in dem wir einen Ausflug zum Doi Suthep machten.  Wir gingen viel zu Fuß und nahmen alles mit, was uns unterwegs gefiel. Unzählige Tempel, Märkte, Essen, Shoppen, einen „alten“ Freund treffen ….. Lorenz hat alles gut mitgemacht. Manchmal war er dann auch zu müde zum Gehen, dann schnappten wir uns einen Tuk Tuk und die Welt war wieder in Ordnung. Einen Vormittag verbrachten wir auch in einer Seidenfabrik. Ich wollte unbedingt echte Seide mitnehmen, die ich dann später für den Rock eines Dirndl verwendet werden sollten. Zwei hab ich übrigens schon vernäht! Ich wär am liebsten dort geblieben!

Nun war es endlich soweit und wir fuhren hoch nach Phrao, wo wir Freunde haben. Dort blieben wir für weitere vier Nächte. Mitfahren konnten wir mit einem Freund aus Chiang Mai, samt eines Mopeds, damit wir oben einen fahrbaren Untersatz hatten. Mit Moped, Kind, Hund (der unseres Freundes)….. im Gepäck ging es los nach Phrao. Früher fuhren wird die Strecke immer mit den Fahrrädern.

Ich fieberte diesem Augenblick des Wiedersehens schon sehr lange entgegen. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und es war wie früher, ein Wahnsinn, als wären wir gar nie weg gewesen. Irgendwie kann man es schon mit Heim kommen bezeichnen. Wir verbrachten dort eine wunderschöne Zeit und Lorenz hat Phorn und Werner auch sofort ins Herz geschlossen und sie ihn auch. Wir übernachteten wieder in dem alten Reisspeicher von früher, oh Mann, es war alles noch so wie damals. Abends gab es dann leckeres Thai Currys zur Begrüßung.

Mit dem Moped waren wir super mobil und fuhren ein wenig die Gegend ab mit Lorenz. Wir zeigten ihm alles, was uns auch immer so gut gefallen hat. Einmal war Nachtessensmarkt, einmal Vormittagsmarkt, heiße Quellen und einen Wasserfall gab es zu entdecken.

Der Abschied ist uns wieder allen sehr schwer gefallen nach den paar Tagen. Retour fuhren wir mit einem Minibus, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Werner brachte uns noch zum Busbahnhof. Wir waren viel zu früh da, da der Songtheo doch nicht fuhr, den wir ursprünglich wollten. Aber so ist es in Thailand, es zählt nicht was gestern war, jetzt fährt eben nur mehr der Minibus. Wir nahmen es locker.

Der Busfahrer war nicht sehr freundlich, aber er hat uns sicher nach Chiang Mai gebracht und das war das Wichtigste.

Dort bezogen wir dann für die letzte Nacht wieder unser Zimmer im Tanita Guesthouse. Mittlerweile war auch schon Chinese New Year und wir bekamen die Feierlichkeiten noch voll mit. Das gab noch einen wunderschönen Abschluss unserer ersten Thailand-Reise mit Kind.

Beim Abschied gab es Tränen, jetzt beim Schreiben auch wieder. Ich war mir sicher, dass es mit Kind anders sein würde. Falsch gedacht, man sollte eben nicht so viel denken …… Was ist das bloß mit Thailand hab ich meinen Mann gefragt. Vielleicht weiß es ja einer von euch?

Bis zum nächsten Mal good old Thailand, wir kommen bald wieder!!!

 

von Angelika Winner aus Österreich

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