4 Kinder und 4 Erwachsene in Thailand unterwegs

Eine Reise zu acht!

Juli 2018, wir treffen uns am Flughafen Zürich in der Checkin Halle. Wir sind vier Erwachsene und vier Kinder im Alter von 9, 6, 6 und 3. Drei Mädchen, ein Junge. Für mich und meine Family ist Thailand nichts Neues. Wir kennen es sehr gut, sowohl alleine als auch als Familie aus den Reisen im 2014 und 2016. Weil für sie Thailand Neuland war, haben wir bis auf ein Hotel alle anderen im Voraus gebucht – ebenso ein Inlandflug mit Thai-Airways von Krabi nach Bangkok. Die Route für diese Reise war: Von Zürich via Doha nach Phuket mit Qatar Airways. (Diese Airline ist übrigens grossartig. Zudem ist das Umsteigen in Doha im Vergleich zu Dubai (falls mit Emirates unterwegs) angenehmer, da der Flughafen deutlich kleiner ist und alles ingesamt weniger hektisch. Ideal also, um die Umsteigezeit ruhig zu verbringen.) Von Phuket nach Koh Phi Phi (wie lieben diese Insel), dann weiter nach Railay und hoch nach Bangkok. Von Bangkok dann via Doha zurück nach Zürich. Wir hatten also einen Gabelflug gebucht und einmal mehr hat es sich bewährt, weil es einem innerhalb Thailand einen zusätzlichen Inlandflug erspart. 

Phuket:

Wir hatten auf Booking ein cooles Hotel gefunden, Sugar Marina Nautical http://www.sugarmarina-nautical.com/  gleich am unteren Ende des Kata Beach. Vier Doppelzimmer, alle nebeneinander mit direktem Pool-Zugang. Grossartig! Sowohl für uns Erwachsene als auch für die Kids. Es hat was, wenn man direkt aus dem Balkon in den Pool springen kann. Der Kata-Beach war diesmal, leider, stark verschmutzt. Es ist ja nicht ein lokales Problem, sondern ein globales, doch in diesem Jahr war es so richtig extrem. Plastik überall – und nicht die grossen Teilchen, sondern dieses Mikroplastik-Zeug. Was nachdenklich stimmt ist, dass die Touristen sich nicht darum kümmern, es interessiert sie nicht – und von den Thais kommt ebenfalls keine Anstrengung (oder wir haben sie nicht bemerkt), den Strand gelegentlich zu säubern. Naja, wie gesagt, ein globales Problem, an dem wir alle eine Mitschuld tragen. Trotzdem, Phuket eignet sich nach wie vor als idealen Einstieg für eine Thailand-Reise, da es über eine sehr gute Infrastruktur verfügt. 

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Ich hatte schon im letzten Bericht geschrieben, dass der Kata Beach sich gut zum surfen eignet, doch nach wie vor ist die Strömung (Rip-Curls) vorhanden und ja, es zieht stark! Zudem ist das Wasser in der Low-Season nicht so klar. Mein Junge und ich waren mit dem Bodyboard auf Hüfthöhe draussen, es hat ihn unter die Welle genommen – ich sah ihn nicht mehr! Ok, er kann schwimmen aber, es ist nicht ungefährlich. Genau aus diesem Grund lohnt es sich, mit kleinen Kindern ein Hotel mit Pool zu nehmen. Das heisst jetzt nicht, dass man Angst haben muss, aber Vorsicht ist gut. Wenn die Kids am Strand spielen, dann einfach gut beaufsichtigen – was man ja macht. Phuket ist meines Wissens nach der einzige Ort, in dem es derartige Strömungen hat. Auf anderen Inseln gibt es sie in dieser Ausprägung nicht.

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Die Weiterreise von Phuket nach Koh Phi Phi haben wir (wie immer) selber gebucht. Es empfiehlt sich nie im Hotel zu buchen und im Stadtteil mindestens an drei verschiedenen Orten nach Tickets zu fragen. Die Preise sind unterschiedlich. Manchmal sind Kinder gratis, manchmal kostet es ab 6 Jahres, egal – wenn man drei bis vier Orte gecheckt hat, liegt der Richtwert also irgendwo in der Mitte. Gut ist, wenn man dies nicht am Tag „vor“ der Weiterreise erledigt, sondern zwei bis drei Tage im Voraus – so ist man nie im Zugzwang.

Im Sommer 2018 ist ein Boot von Phuket nach Koh Phi Phi gesunken (https://www.reuters.com/article/us-thailand-accident-boat/chinese-relatives-wait-for-news-after-thai-tourist-boat-sinking-idUSKBN1JX14F) und es gab mehrere Tote. Die Thais haben dann die Regeln auf dem Schiff stark verschärft, was zwar verständlich, jedoch nicht zum Wohle aller Passagiere ist. So wurde bspw. gesagt, man dürfe während der Fahrt nicht an Deck gehen. Klasse Idee! Bei Wellengang ohne Blick auf den Horizont und gemeinsam mit einer Gruppe von ca. einhundert Indern – die bevor das Schiff losfuhr sich mit viel Kaffe, Bier und allem möglichen an Esswaren vollgestopft hatten. Und dann waren wir acht und noch zwei ältere Pärchen aus Europa. Ihr wisst was dann geschah oder? Genau, nach 10 Minuten würgte der erste – Kettenreaktion. Aber nein, man darf nicht an Deck… danke! Was macht man da am besten? Auf jeder Schifffahrt wirft man sich selber und – wenn möglich – auch den Kindern etwas gegen Seekrankheit ein. Dies führt bei den Kids oft dazu, dass sie schlafen – was gut ist, denn sie kotzen dann sicher nicht! Und wir sind dann einfach rauf und raus an Deck – just do it. Und wir hatten uns ab und zu abgewechselt, nicht dass die Kids alleine an der Party sind. Egal wann und egal wo in Thailand, auf Schifffahrten gibt es immer eine Person die würgt. Darum, immer Sea-sickness-Pills. Es gäbe wohl nichts Schlimmeres als wenn man selber davon betroffen ist und unter dieser Übelkeit seinen Kids schauen muss. 

Koh Phi Phi:

Auf Koh Phi Phi hatten wir kein Hotel gebucht – als einziges. Doch wir gingen in das Kaffee, welches wir seit Jahren schon kennen – und auch sie kennen uns. So sind alle acht mal da, inkl. Gepäck und essen und trinken zusammen was – ganz gemütlich. Mein Schwager und ich sind später auf Unterkunftssuche gegangen. Dafür benötigt man gut eine Stunde. Da das Angebot auf Koh Phi Phi gross ist, wird man auch fündig. Auch da, man kann einfachheitshalber auch im Voraus buchen – aber für uns alle war es mit Phi Phi in dieser Form OK.

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Koh Phi Phi ist eine Party-Insel. Ja, es hat viele Junge – man könnte schon behaupten, dass es ähnlich ist wie am Ballermann auf Mallorca. Und ja, es ist nicht nur toll, vor allem nicht Abends – aber als Familie hat man eine Art Baby-Bonus und wird grundsätzlich nie in Schwierigkeiten geraten. Dies auch dank den Thais, die extrem kinderfreundlich sind. Wundert euch nicht, wenn ihr mal in einer Strandbar was trinken oder essen wollt und eure Kids dann plötzlich mit den Barboys am Strand Fussball spielen. Auch wenn die sprachliche Verständigung nicht da ist – es funktioniert. Und wenn man zwei drei Mal an diesen Ort geht, treffen die Kids schon voller Freude auf „Freunde“. Hier noch ein Hinweis zu einer Story, die dann in Railay kommt. Mit Thais muss man es gut haben. Sollte man mal Schwierigkeiten haben, ist deren Support das beste was man haben kann.

Auf der Insel gibt es viel zu tun. Der Strand ist schön, schöner aber sind die Strände, die man mit einem Taxi-Boat (Longtail-Boat) erreichen kann. Am Pier stehen sie, die Fahrer, und bieten einem Touren an. Wenn man als Familie kommt, gibts oftmals noch Discount. Zudem sind die Fahrer sehr aufmerksam bei den Kids (auch wenn sie vielleicht nicht so aussehen). Sie kennen alle Stellen und werden nie irgendwo anhalten, wo es gefährlich ist. So eine Tour haben wir gleich drei Mal gemacht und sind immer an verschiedene Ort hin – einfach traumhaft. Wenn man als grössere Gruppe reist, kann man sich gut aufteilen. So sind die einen auf diese Bootstour, während andere (die Grossen) mal auf einen Tauchgang gingen. Am frühen Abend – wenn die Musik noch nicht allzu laut ist, ist es an den Strandbars am coolsten. Fire-Shows gibt es nach wie vor – das gehört wohl zu Thailand wie das Tuk Tuk. Nicht wundern wenn plötzlich eure Kids ebenfalls solche Bändel oder Stangen in die Hände kriegen (ohne Feuer von Vorteil) oder wenn sie mitten unter zig Touristen ebenfalls zum Limbo-Dance animiert werden. Inselleben macht Spass – gerade als Familie mit Kids!

Railay (Krabi):

Von Koh Phi Phi ging’s nach Railay in das Railay Princess Resort https://www.krabi-railayprincess.com/ . Dieses ist direkt am East-Pier, hat zwei Pools und ist ganz OK, bzw. Preis/Leistung stimmt. Railay ist ein Kletterparadies. Zudem hat es diverse schöne Strandabschnitte und für die Kids ist es überhaupt ein Paradies. Am Phra Nang Beach, da wo der grosse Felsen aus dem Wasser ragt, kann man bei Ebbe rüber laufen, wohl eher waten, denn wenn das Wasser bei uns Erwachsenen knietief ist, haben’s die Kids an der Hüfte. Es empfiehlt sich den Kids Wasserschuhe anzuziehen. Seeigel oder spitzige Steine sind keine Seltenheit. Doch einmal auf der anderen Seite angekommen, mutieren die Kinder zur Piratenbande. Es gibt kleine Höhlen und überhaupt viel zu sehen. Spielen ohne Ende – und der Sunset ist traumhaft!

Railay ist eine Peninsula, also nicht direkt eine Insel, man kann sie aber nur per Boot erreichen. Die medizinische Versorgung ist äusserst schwach. Zwar haben die eine „Klinik“, doch wenn es darauf ankommt, do it yourself! Ich habe oben erwähnt, warum es gut ist, wenn man Locals kennt und regelmässig mit ihnen in Kontakt ist. Unsere kleinste hat im Spiel den Ellbogen ausgerenkt. Es war nicht das erste Mal, daher waren die Eltern eher entspannt. Das Problem war, dass niemand – auch nicht die von der Klinik – den Ellbogen einrenken wollten. Sie sagten, man müsse ins Spital aufs Festland. Und wie macht man das? Genau, man geht in das Restaurant und bittet sie um Hilfe. Dann geht alles ganz schnell: Messges hier und da, ein Telefon und es steht ein „good friend“ bereit – sie sagten: this is my brother, you go with him, he help you! Ich sage euch, das ist unbezahlbar! Man wird von ihm an allen anderen Booten vorbeigebracht, zahlt auf einmal kaum mehr was für den Boot-Transfer und an Festland fährt er uns mit seinem Jeep in ein Spital.

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Im Spital jedoch ist es komisch, ich kann es nicht erklären. Ein Provinzspital eben, wenig modern und ausser „please wait“ geschah gar nichts. Unser Hauptproblem war, dass das letzte Boot vom Festland zurück nach Railay um 21 Uhr fuhr. Wir hatten also Zeitdruck. Ein ausgerenkter Ellbogen ist doch bloss ein „mechanisches“ Problem, nicht? Muss man das wirklich röntgen? Es war schon 20 Uhr und wir wussten, dass wenn wir hier warten auch gleich hier übernachten können. Ich loggte mich in ein Wlan und tätigte einen Anruf in die Schweiz, ein Freund ist Chirurg. Zum Glück erreicht, verlief das Gespräch in etwa so: „Du, Notfall, Dreijährige hat Ellbogen ausgerenkt – was kann man da machen?“ Er: „schildere mir, wie der Arm und die Hand liegt.. ok, halte den Arm so, die Hand so und dann mach das“. Gesagt getan, Ellbogen war wieder drin! Warum hatte ich nicht früher angerufen? Naja, im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer. Wir haben das Spital also nach 10min wieder verlassen und schafften es problemlos wieder zurück nach Railay. Sorry für die kleine Heldengeschichte, aber es war ein grossartiges Gefühl, wenn man anhand so guter Anweisungen ein medizinisches Problem selber lösen kann.

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Bangkok:

Von Railay ging’s dann für die letzten vier Tage hoch nach Bangkok. Ein Flug direkt gebucht via Handy mit Thai-Airways ist ideal und günstig. Wir zahlten ca. 120 Euro pro Familie. Wir lieben diese Stadt, auch wenn dreckig und hektisch. Wenn man weiss wo, ist alles gar nicht so tragisch – auch nicht mit Kindern. Die beste Region ist wohl die am Siam Square oder an der Khao San Road (Backpackerviertel, was in den letzten Jahren stark modernisiert wurde). Ich hatte mich diesmal leider auch vom Preis leiten lassen und ein Hotel – zwar ein sehr schönes – im Sukhumvit Soi 11 gebucht. Die Gegend ist nicht so cool, einzig wegen der auffällig starken Präsenz von Rotlichtbesucher ab 23 Uhr. Gibt wie gesagt bessere Orte. 

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In Bangkok kann man viel tun aber man muss sich Zeit nehmen. Es hat nun mal viel Verkehr, es ist laut und man kommt nicht sehr schnell voran. Für uns die beste Methode, gerade wegen der Kids, ist jede Fahrt mit dem Tuk Tuk zu nehmen. Das ist immer ein Erlebnis. Wenns länger geht und man genau weiss wohin man will, ist auch der Sky-Train eine Option. Es empfiehlt sich idR immer ein langarmiges Shirt mitzunehmen. Skytrain oder Shoppinig-Center sind immer stark klimatisiert – so dass wenn man verschwitzt rein kommt, ziemlich schnell auch mal friert. 

Link: Hier findet ihr Frédérics vorherigen Bericht

Wir waren auch diesmal wieder im Königspalast und Wat Po. Es wird das letzte Mal gewesen sein. Der Königspalast ist derart überlaufen, das macht keinen Spass mehr. Wenn man also Tempel sehen will – gerade mit Kids – ist der Wat Po gleich neben dem Palast die bessere Option. Eine Fahrt auf dem Fluss und Besuch diverser Märkte ist ebenfalls schön. Wer am Wochenende in Bangkok ist, der sollte sich Zeit nehmen den Chatuchak-Weekend-Market (http://www.chatuchak.org/) zu besuchen. Ist riesig und daher gut auf die Kids aufpassen. Es gibt derart viel zu sehen, dass man rasch den Überblick verliert. 

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Diese drei Wochen gingen leider auch wieder schnell vorbei, doch diese Reise bleibt allen in sehr guter Erinnerung. Wenn man Thailand mit Kindern bereisen will, dann lohnt sich der direkte Anflug in den Süden – ist einfacher. Wer mit Bangkok anfängt riskiert sich erschlagen zu fühlen und das Land dann nicht zu mögen – was äusserst schade ist, denn Thailand ist einfach grossartig!

Viel Spass auf eurer Reise!

Liebe Grüsse – Frédéric

PS: Ich war von Oktober bis Dezember 2018 für drei Monate in Argentinien und Chile mit der Familie. Wer sich für diesen Bericht mit Fotos interessiert, kann auf www.fredericdiserens.ch/blog ebenfalls einiges in Erfahrung bringen. 

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